Bei russischen Angriffen auf die südostukrainische Region Saporischschja sind nach Angaben der örtlichen Behörden fünf Menschen getötet worden. Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Passagierzug auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim wurde indes laut Behördenangaben ein Mensch getötet. Der Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee, Oleksandr Syrskyj, erklärte, die ukrainischen Streitkräfte hätten seit Anfang 2026 mehr als 600 Quadratkilometer Gebiet zurückerobert.
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Allein im Mai habe die Ukraine 100 Quadratkilometer mehr Gebiet zurückerobert, als sie verloren habe, teilte Syrskyj am Montag über den Onlinedienst Telegram mit. Er gab nicht an, wo die Gebietsgewinne stattfanden, sondern sagte lediglich, dass die ukrainischen Streitkräfte in verschiedenen Bereichen der Front weiterhin die Initiative behielten.
Bei den russischen Angriffen auf Saporischschja seien 14 Personen verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Iwan Fedorow, auf Telegram mit. Russland habe das Gebiet mit Luftangriffen und Artillerie beschossen. Dabei seien Infrastruktur, Wohngebäude und Autos beschädigt worden.
Angriff auf Zug
Bei dem Toten des ukrainischen Angriffs handelte es sich um einen Lokführerassistenten. Der Lokführer selbst sei verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Statthalter auf der Krim, Sergej Aksjonow, bei Telegram mit. Der Personenzug sei auf der Strecke Moskau-Simferopol getroffen worden. "Fahrgäste blieben unverletzt", teilte Aksjonow mit. Der Zugverkehr wurde in der touristischen Hochsaison vorübergehend eingestellt.
Es seien sämtliche Züge evakuiert und die Passagiere in Bussen weiter transportiert worden, teilte die Bahngesellschaft Grand Service Express bei Telegram mit. Bereits vorige Woche gab es nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Nahverkehrszug laut Behörden einen Toten und zwei Verletzte.
Schlag in der Tourismusregion
Der neuerliche Angriff trifft auch das Hotel- und Gaststättengewerbe auf der Krim empfindlich. Experten rechnen laut der Moskauer Zeitung "Kommersant" damit, dass auf der bei den Russen beliebten Halbinsel in diesem Jahr drei bis vier Millionen Touristen wegbleiben. Die Zeitung berichtete von zahlreichen Stornierungen und rückläufigen Buchungszahlen.
Grund für die ausbleibenden Urlauber sei auch die Rationierung von Kraftstoff an den Tankstellen. Die Benzinkrise hält viele Autofahrer von Reisen auf die Krim ab.
Russland hatte die Krim 2014 annektiert und nutzt sie auch als Aufmarschgebiet für seine Truppen im Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew will mit den Drohnenangriffen vor allem den militärischen Nachschub stören. Das Land verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion.
Auch Ölterminal in Noworossijsk erneut getroffen
Das russische Verteidigungsministerium meldete am Morgen den nächtlichen Abschuss von mehr als 300 Drohnen in verschiedenen Regionen, darunter auch auf der Krim. Getroffen wurde erneut auch ein Ölterminal in dem Schwarzmeer-Hafen Noworossijsk. Es sei niemand verletzt worden, teilten die Behörden mit.
Die Ukraine will mit den Schlägen gegen die russische Ölindustrie vor allem den Energieexport treffen, mit dem Moskau seine Kriegsmaschinerie finanziert. Die russische Führung hatte zuletzt Rückgänge bei der Ölförderung und wirtschaftliche Probleme durch die zunehmenden ukrainischen Drohnenangriffe eingeräumt, betonte aber, dass die Lage unter Kontrolle sei.
ade