Menschen in Panik
Putins Krim-Problem wird immer schlimmer
In der Hafenstadt Sewastopol seien für Montag alle öffentlichen Open-Air-Veranstaltungen abgesagt worden, teilte Stadtgouverneur Michail Raswoschajew auf Telegram mit. Es werde auch keine Straßenbeleuchtung geben. Raswoschajew rief die Bevölkerung außerdem zum Stromsparen auf. Zuvor hatten ukrainische Drohnenangriffe auf Versorgungswege und Energieanlagen zu einem Treibstoffmangel in der bei russischen Touristen beliebten Urlaubsregion geführt.
"In Insel verwandeln"
Die Ukraine will die Krim zunehmend von russischen Nachschublinien abschneiden.. Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow sprach zuletzt von einem "Fenster der Möglichkeiten" und kündigte eine weitere Isolation der Halbinsel an. "Es sieht so aus, als ob sich die Krim in Kürze in eine Insel verwandelt", erklärte er. Nach ukrainischer Darstellung zeigen sich die Auswirkungen bereits an der Front, wo die russischen Streitkräfte durch die gestörte Logistik zunehmend unter Druck geraten sollen.
Verkauf von Benzin gestoppt
Wegen anhaltender ukrainischer Angriffe auf Nachschubwege und Treibstoffinfrastruktur haben die russischen Behörden den Verkauf von Benzin und Diesel an Privatpersonen sowie Unternehmen vorerst gestoppt. Treibstoff darf nur noch an staatliche Stellen und Behörden ausgegeben werden. Der von Moskau eingesetzte Krim-Gouverneur Sergey Aksjonow begründete die Maßnahme damit, das "Funktionieren und die Sicherheit" der Halbinsel sicherstellen zu wollen.
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Bereits seit Wochen kämpft die Krim mit Treibstoffengpässen. Die Ukraine greift zunehmend Tanklager, Raffinerien, Nachschubtransporte und militärische Logistikzentren an. Ukrainische Drohnen sollen dabei immer häufiger Treibstoff-Lkw und Versorgungseinrichtungen aufspüren und zerstören. Schon Anfang Juni hatte selbst das russische Energieministerium Probleme bei der Treibstoffversorgung eingeräumt.
Die Folgen sind inzwischen auch für die Bevölkerung spürbar. Die Krim gilt als beliebtes Urlaubsziel russischer Touristen, Medien berichteten zuletzt von langen Warteschlangen an Tankstellen und Schwierigkeiten, ausreichend Benzin für die Heimreise zu finden.