Lainzer Straße
Radweg-Pläne bringen Protest ins Rollen
Die Pläne für den neuen Zwei-Richtungs-Radweg in der Lainzer Straße sorgen im 13. Bezirk für Kritik. Die Initiative Pro-Hietzing warnt davor, dass im Zuge des Projekts bis zu 160 Stellplätze wegfallen könnten. Betroffene Unternehmerinnen und Unternehmer befürchten dadurch erhebliche Nachteile für die Erreichbarkeit ihrer Betriebe, für Ordinationen, für die Warenzulieferung und letztlich für die gewachsene Nahversorgung im Herzen Hietzings.
Einzelne Unternehmer denken laut Pro-Hietzing bereits über eine Absiedlung nach, sollte die Planung unverändert umgesetzt werden. "Ohne vernünftige Parkmöglichkeit und ohne Zuliefermöglichkeiten stirbt das Geschäftsviertel aus", sagt Initiator Josef Horvath, ein in Hietzing ansässiger Immobilienprofi. Unterstützung bekommt Pro Hietzing von mehreren Geschäftsleuten sowie vom Einkaufsstraßenverein Alt Hietzing. "Ohne die Geschäftsleute und die Anrainer in dieses Riesenprojekt einzubeziehen ist völlig unmöglich, das geht einfach nicht", heißt es vom Einkaufsstraßenverein.
Initiative fordert Offenlegung der Pläne
Für zusätzliche Verunsicherung sorgen Spekulationen über die genaue Führung des Radwegs. Die Initiative vermutet, dass dieser auf der Seite der Geschäftslokale verlaufen und die Straßenbahntrasse näher an Wohnhäuser rücken könnte. Bestätigte Detailpläne liegen laut Aussendung derzeit jedoch nicht vor. Horvath fordert deshalb, die Planungen offenzulegen und Betroffene frühzeitig einzubinden.
Die Initiative betont zugleich, dass sie sich nicht grundsätzlich gegen sichere Radverbindungen stellt. "Wir wollen keine Auseinandersetzung zwischen Autofahrern und Radfahrern. Wir wollen eine vernünftige Lösung, die sichere Mobilität ermöglicht, ohne den Betrieben im Grätzl ihre wirtschaftliche Grundlage zu entziehen oder die Anrainer schlechter zu stellen", sagt Horvath.
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Verkehrs-Chaos durch Asbest-Fund befürchtet
Nach Angaben der Initiative werden gerade Unterstützungsunterschriften unter Unternehmerinnen und Unternehmern, aber auch bei Anrainern gesammelt, um den Anliegen mehr Gewicht zu verleihen.
Nachdem in der derzeit in Umbau befindlichen Marxingstraße gröbere Asbestfunde vorliegen, wird weiters befürchtet, dass sich der Umbau der Verbindungsachse Marxingstraße kräftig verzögert und dass dadurch eine Bau-Kollission bezüglich des Umbaus der Lainzer Straße eintritt, was den kompletten Verkehr in diesem Bereich vorbergehend zum Erliegen bringen könnte.
Bezirkschefin setzt auf Austausch
Bezirksvorsteherin Johanna Zinkl (ÖVP) hält die Befürchtungen der Initiative für überzogen. "Die Zahl an Stellplätzen kann ich nicht bestätigen, es werden weniger betroffen sein", sagt Zinkl gegenüber oe24. Wie viele tatsächlich wegfallen, steht noch nicht fest. Die zuständige Fachdienststelle befinde sich noch in der Detailplanung. Wie viele tatsächlich wegfallen, steht noch nicht fest. Die zuständige Fachdienststelle befinde sich noch in der Detailplanung. Zinkl will sich aber dafür einsetzen, dass im Zuge des Projekts möglichst viele Stellplätze erhalten bleiben. Das sei an einzelnen Stellen bereits gelungen.
Auch die Sorgen der Wirtschaft könne sie nachvollziehen. "Entscheidend ist, dass die Betriebe während und nach den Bauarbeiten gut erreichbar bleiben. Genau daran arbeiten wir aktuell.", sagt Zinkl. Der Bezirk stehe bereits im Austausch mit der Wirtschaftskammer Wien, dem lokalen Einkaufsstraßenverein und betroffenen Unternehmen. Zusätzlich soll es eine eigene Veranstaltung für Wirtschaftstreibende geben. Für Zinkl habe der Erhalt der Nahversorgung und der Betriebe vor Ort hohe Priorität.
Den Vorwurf einer mangelnden Einbindung weist die Bezirkschefin zurück. Gespräche mit Unternehmen, Anrainern und den zuständigen Dienststellen würden laufend stattfinden.
Am 20. und 21. Oktober sind zudem zwei Bürgerinformationsabende geplant. Dort sollen Vertreter des Bezirks, des Planungsteams der Stadt und der Wiener Linien die einzelnen Pläne vorstellen und Fragen zum Projekt beantworten. "Mir war es wichtig, dass das Vorhaben möglichst früh und umfassend kommuniziert wird. Das schafft Raum, um Forderungen und Bedenken in die Planungen der Stadt Wien einbringen zu können", sagt die Bezirksvorsteherin.