Die Bestimmung der linken und rechten Körperhälfte ist ein faszinierender Aspekt der Biologie. Bei den meisten Lebewesen ist die Asymmetrie streng festgelegt und Abweichungen enden oft tödlich. Schnecken bilden hier jedoch eine bemerkenswerte Ausnahme. In der Natur gibt es japanische Euhadra-Exemplare, bei denen das Gehäuse völlig natürlich entweder nach links oder nach rechts gedreht ist. Bisherige Forschungen konzentrierten sich oft auf die Schlammschnecke, bei der eine spiegelverkehrte Drehung jedoch extrem selten und krankhaft ist.
Genetik steuert Asymmetrie der Schnecken
Die Wissenschaftler fanden nun heraus, dass ein Motorprotein namens Myosin I a/b für die Ausrichtung verantwortlich ist. Es wurde zuvor noch bei keinem anderen Tier mit der Entwicklung von links und rechts in Verbindung gebracht. Sowohl die rechts- als auch die linksdrehende Variante sind uralt und verursachen keinerlei Krankheiten. Bei der linksdrehenden Form konnten die Forscher jedoch acht spezifische Veränderungen in den Aminosäuren nachweisen. Drei dieser dominanten Abweichungen gelten als besonders relevant: G132W, C467Y und C486Y.
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Neues Gehäuse durch veränderte Genetik
Diese Substitutionen zerstören die grundlegende Struktur des Proteins nicht, beeinflussen aber die lokale Mechanik erheblich. Die evolutionäre Anpassung der Gehäuse wurde dadurch möglich, dass der natürliche Selektionsdruck in der Vergangenheit stark nachgelassen hat.
Obwohl sich links- und rechtsdrehende Tiere aufgrund der spiegelverkehrten Anatomie beim Paaren schwertun, findet an bestimmten Kontaktzonen in Japan weiterhin ein Genaustausch der Schnecken statt. In Zukunft könnte erforscht werden, ob ähnliche molekulare Veränderungen auch die Asymmetrie bei Fadenwürmern, Insekten oder Wirbeltieren umkehren könnten.