1886 gründeten eine Handvoll Handwerker und Bauern in Mühldorf die erste österreichische Darlehenskasse. Innerhalb von 140 Jahren bildete sich aus ländlichen Genossenschaften eine Unternehmensgruppe. Das wurde bei einem Festgottesdienst am 6. Juni gemeinsam mit Repräsentantinnen und Repräsentanten von Raiffeisen, Gästen aus Wirtschaft und Politik sowie Einwohnern aus Mühldorf gebührend gefeiert.
Auch interessant
"Mit Raiffeisen bin ich von klein auf verbunden. Ich glaube, dass wir den Gedanken des Wir, dass einer etwas vermag, aber viele alles schaffen, in einer Zeit, die Veränderung unterworfen ist, brauchen", so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) bei der Jubiläumsfeier.
Doch auch in den vergangenen Jahrzehnten gab es Veränderungen. 1902 galt etwa die erste Schreibmaschine als Meilenstein, 1980 veränderte dann der erste Bankomat das Leben maßgeblich. Die Herausforderungen seien heute zwar andere, trotzdem würden sich die Menschen noch immer Sicherheit, Orientierung und Vertrauen erwarten, betonte Erwin Hameseder, Generalanwalt des Österreichischen Raiffeisenverbandes und Obmann der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien.
"Das Genossenschaftsmodell ist keineswegs veraltet. In einer Welt der zunehmenden Anonymität gewinnt das immer mehr an Aktualität, denn viele Menschen sehnen sich wieder nach Institutionen, die angreifbar sind und nicht nach einer kurzfristigen Rendite streben", so Hameseder.
Bank regional und sozial verankert
Er betonte bei den Feierlichkeiten auch die regionale und soziale Verankerung der Bank: Sie seien Partner von Blaulichtorganisationen, andererseits als Unterstützer von 1.200 Sportvereinen und 1.300 Kulturprojekten.
Raiffeisen sei ein starker Partner für die Entwicklung Niederösterreichs, hielt auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) fest: "Wir sehen vor allem eine Institution, die nie das schnelle Geschäft oder den schnellen Gewinn in den Mittelpunkt gestellt hat, sondern immer das gemeinsame Wohl. So schreibt man Erfolgsgeschichte." Bundesweit werden jährlich rund drei Milliarden Euro zur Wirtschaftsleistung beigetragen.