Stepic

RI & RZB-Fusion

Raiffeisen: "Haben kein Geldproblem"

Dass es zur Fusion keine Alternative gebe, stellt RZB-Chef Rothensteiner in Abrede. Der Aktionärsentscheid wird für Juli, August erwartet.

„Über ungelegte Eier zu gackern, wollten wir eigentlich vermeiden“, sagte Herbert Stepic, Boss von Raiffeisen International (RI) gestern zur Begrüßung bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. Die Börse ließ den Managern von RI und Raiffeisen Zentralbank (RZB) aber keine Wahl.

Kein akuter Kapitalbedarf

Nachdem Montagabend Pläne zur Fusion von RI und RZB bekannt wurden und in Folge Gerüchte über mögliche wirtschaftliche Not als Hintergrund kursierten, war die RI-Aktie bis Donnerstag um 20 % abgestürzt. Deshalb gingen Stepic und RZB-Chef Walter Rothensteiner gestern in die Offensive. Die Fusions-Option werde seit ein paar Monaten evaluiert – als Strategie für eine noch bessere Positionierung der Unternehmen, so Rothensteiner. Finanzprobleme bzw. akuten Kapitalbedarf bestritt er eindringlich.

Banklizenz für RI

Die 70-Prozent-Osttochter RI bekäme durch das Zusammengehen mit der Mutter RZB eine Banklizenz, die sie bisher nicht hat. Die Börsennotierung bliebe. Die alte RZB bekäme dadurch in neuer Form Zugang zum Kapitalmarkt. Man wolle das Produkt-Know-how der RZB und die Vertriebs-Power der RI zusammenspannen, erläuterte Stepic den Sinn der geplanten Fusion.

„Kein Weltuntergang“

Bis April soll klar sein, ob die Verschmelzung machbar ist. Die entsprechenden Hauptversammlungen sollen im Juli und August stattfinden. Heißen könnte die fusionierte Bank Raiffeisen Bank International. Klappt die Verschmelzung nicht, gehe aber die Welt nicht unter, so Rothensteiner. Es stimme nicht, dass die RZB dann zum Totalverkauf der RI gezwungen wäre.

Gewinne

„Wir arbeiten aus einer gesunden Position heraus an der Konzernzukunft“, so Rothensteiner. Der RZB-Konzern meldete gestern nach vorläufigen Daten für 2009 einen Nettogewinn von 433,4 Mio. Euro (2008: 47,7 Mio.). Bei RI gab es einen Gewinneinbruch um 78 % auf 212 Mio. Euro. Die RI-Aktie legte nach den massiven Einbrüchen der Vortage gestern wieder mehr als vier Prozent zu.