Sechs Tore gegen den WAC, keines davon von Yusuf Demir. Und trotzdem hatte der 23-Jährige beim 6:0-Kantersieg des SK Rapid seine Füße bei mehreren entscheidenden Szenen im Spiel. Während Petter Dahl und Ercan Kara mit ihren Doppelpacks die Schlagzeilen lieferten, zeigte Demir, warum er für die Offensive von Johannes Hoff Thorup so wichtig geworden ist.
Fünf Tore, drei Vorlagen, acht Scorerpunkte in elf Bundesliga-Einsätzen: Der Rapid-Techniker hat in dieser Saison längst mehr zu bieten als schöne Dribblings.
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Ein Dribbling, das den WAC zerlegt
Die vielleicht auffälligste Szene des Abends spielte sich in der 66. Minute ab. Demir nahm es gleich mit drei Wolfsberger Verteidigern auf, schlängelte sich zwischen ihnen hindurch und holte einen Eckball heraus.
Rapid führte kurz aus, Demir kam zum Abschluss. WAC-Torhüter Gliklich ließ den Ball abprallen, Ercan Kara staubte zum 3:0 ab (67.).
Schon in der ersten Hälfte hatte Demir für Gefahr gesorgt. Nach seinem Freistoß traf Raux-Yao die Stange, die anschließende Flanke des 23-Jährigen köpfte Kara ins Netz (16.). Der VAR kassierte den Treffer allerdings wegen einer Abseitsstellung bei der Entstehung des Angriffs.
Lieber auflegen als selbst treffen
Auch beim 4:0 stand Demir im Mittelpunkt. Kara ließ den Ball am Strafraumrand für ihn abtropfen, Demir legte direkt weiter auf Tonni Adamsen. Der Däne schob ins leere Tor ein (76.).
Die Szene passte zu Demirs Auftritt: Er suchte nicht um jeden Preis selbst den Abschluss, sondern fand den besser positionierten Mitspieler.
Und genau das lässt sich inzwischen auch an seinen Saisonwerten ablesen.
Acht Scorerpunkte in 928 Minuten
Demir hält nach elf Bundesliga-Einsätzen bei fünf Treffern und drei Vorlagen. Bei 928 Einsatzminuten bedeutet das im Schnitt einen Scorerpunkt alle 116 Minuten.
Auch seine Passstatistik ist bemerkenswert. Von 493 Zuspielen kamen 85 Prozent beim Mitspieler an. Im gegnerischen Angriffsdrittel spielte er 219 Pässe mit einer Erfolgsquote von 81 Prozent.
Dazu kommen 28 Torschüsse, davon 14 auf das Tor, sowie 53 Flanken. Seine Flankengenauigkeit beträgt 33 Prozent.
Gegner können Demir oft nur foulen
Wie schwierig der Rapid-Offensivspieler zu stoppen ist, zeigt eine weitere Zahl: Demir wurde in dieser Saison bereits 31-mal gefoult.
Zugleich arbeitet er auch gegen den Ball. 21 Tackles stehen in seiner Statistik, 14 davon gewann er. Insgesamt bestritt er 152 Zweikämpfe und entschied 74 für sich.
Beim 6:0 gegen Wolfsberg blieb Demir selbst ohne Treffer. Seine direkte Vorlage für Adamsens 4:0 war allerdings bereits sein dritter Assist der Bundesliga-Saison.
Mit fünf Toren und drei Vorlagen ist Demir längst zu einem entscheidenden Faktor in Rapids Offensive geworden – und spielt auch im Kampf um den ersten Meistertitel seit 2008 eine Schlüsselrolle.