Tabellenführer Rapid Wien hat vor der Derby-Woche mit dem Cup-Hit gegen die Vienna und dem Gipfeltreffen gegen den kriselnden Erzrivalen Austria Wien jede Menge Selbstvertrauen getankt. Gegen Lustenau schossen sich die Hütteldorfer mit einer eindrucksvollen 5:1-Gala für die beiden Stadtduelle warm.
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Im knackevollen Weststadion war die Stimmung schon lange vor dem Anpfiff am Höhepunkt. Gleich nach dem Anpfiff wurde es erstmals richtig laut, dann im Westen Wiens. Nach sechs Minuten eröffnete Star-Stürmer Ercan Kara die grün-weiße Tor-Show am Samstagabend.
Der Jubel war noch nicht einmal verstummt und die Hausherren erhöhten durch Nenad Cvetkovic in der achten Minute auf 2:0. Die Gäste aus Vorarlberg wirkten vollkommen überfordert mit dem heranstürmenden Rekordmeister. Doch der Treffer des Innenverteidigers war ein ganz besonderer aus grün-weißer Sicht. Es war das 7.500. Tor in der ruhmreichen Bundesliga-Geschichte.
Demir bringt Rapid auf Kurs
Die Wiener waren nun richtig in Fahrt. Die Angriffe rollten in Richtung Lustenauer Tor. Nach 18 Minuten zappelte der Ball erneut im Netz der Gäste, doch Kara stand zuvor im Abseits. Erst nach 37 Minuten war die Ländle-Elf erstmals gefährlich vor dem Tor von Niklas Hedl, doch Soraes schoss über das Rapid-Tor. Praktisch im Gegenzug wurde es aber wieder gefährlich im Lustenauer Strafraum. Dort legte Soares Kara und es gab Elfmeter, den Yusuf Demir eiskalt verwandelte (41.).
Kurz vor der Pause war die Partie praktisch entschieden. Allerdings gab es noch einen Schock-Moment. Nach einem Zweikampf mit Gashi blieb Bendeguz Bolla verletzt am Boden liegen. Der Ungar konnte zum Glück weitermachen und so ging es mit einer klaren 3:0-Führung in die Kabinen.
Auch nach Seitenwechsel bot sich den Zuschauern ein unverändertes Bild. Rapid dominierte das Spiel nach Belieben, Lustenau bemühte sich allerdings mehr, am Spiel teilzunehmen. Nach einem Dreifachwechsel von Coach Markus Mader wurde man plötzlich gefährlicher.
Gegentor aus dem Nichts
Und als das ganze Stadion einem Latten-Knaller von Jannis Horn nachtrauerte, geschah das, womit an diesem Abend niemand mehr gerechnet hätte. Genau im Gegenzug kam der Ball zu Haris Ismailcebioglu, der alleine auf Hedl zulief und trocken zum überraschenden Anschlusstreffer einschob (60.).
Doch von Wirkungstreffer seitens Rapids war nichts zu sehen. Der Hütteldorfer Offensiv-Express rollte munter weiter auf das Lustenauer Tor und so dauerte es nur sechs Minuten, ehe Superstar Demir den Drei-Tore-Vorsprung wiederherstellen konnte (67.). Für den Edeltechniker war es die achte Torbeteiligung (4 Tore, 4 Assists) in der laufenden Saison.
Hoff Thorup schont seine Stars
Von da an war der letzte Funke Hoffnung der Lustenauer auf ein Wunder erloschen. Rapid-Coach Johannes Hoff Thorup begann, seinen Stars vor der wichtigen Derby-Woche zu schonen. Dennoch ging das Tor-Spektakel weiter und Joker Marco Tilio durfte sich auch noch in die Torschützenliste eintragen (85.) und damit für den 5:1-Endstand sorgen.
Während im Cup unter der Woche die Vienna nach Platz 2 in der 2. Liga auf ein Wunder gegen das aktuell beste Team des Landes hofft, könnte das 351. große Wiener Derby kommenden Sonntag nicht brisanter sein. Während die Hütteldorfer auf der Erfolgswelle surfen, trennten sich die Veilchen am Samstag von Trainer Stephan Helm.
Noch dazu können die Rapidler gegen den Stadtrivalen den nächsten Schritt in Richtung historischem Saisonstart machen. 1987 legte man mit 10 Siegen und 2 Remis los, nun ist man zwei Siege davon entfernt, diesen Bestwert zu überbieten.