Für rund 250.000 Menschen in Österreich wird es eine Auszahlung geben. Grund dafür ist ein Fehler bei der Berechnung von Leistungen durch das Arbeitsmarktservice (AMS), der nun korrigiert werden muss. Insgesamt geht es um eine Summe von etwa 135 Millionen Euro. Betroffene Personen müssen dafür selbst aktiv werden: Das AMS prüft die Ansprüche automatisch und zahlt das Geld aus. Kein eigener Antrag ist dafür nötig, da die Fälle selbst aufgerollt und neu berechnet werden. Die Regierung arbeitet derzeit an der gesetzlichen Basis für die Abwicklung der Rückzahlungen, die sich auf einen Zeitraum von drei Jahren beziehen.
Auch interessant
Tausende Menschen vor Nachzahlung
Wie viele Personen von der falschen Berechnungsweise betroffen sind, steht nun fest. Nach Angaben aus dem Arbeitsministerium beläuft sich die Zahl der Anspruchsberechtigten auf rund 250.000 Menschen in Österreich.
Durchschnittlich 540 Euro zurück
Rechnet man die Gesamtsumme von 135 Millionen Euro auf alle 250.000 Personen um, ergibt sich ein Schnitt von etwa 540 Euro pro Kopf. Dieser Wert dient nur als Richtwert: Wie viel Geld der Einzelne tatsächlich erhält, hängt davon ab, wie viel Arbeitslosengeld im konkreten Fall zu wenig ausgezahlt wurde. Einzelne Betroffene können somit spürbar mehr oder weniger als 540 Euro zurückbekommen.
Linzerin deckte Fehler auf
Den Stein ins Rollen brachte eine Frau aus Oberösterreich. Die Linzerin verdiente vor ihrer Arbeitslosigkeit 1.123,86 Euro brutto im Monat. Als sie im Jänner 2022 arbeitslos wurde, legte das AMS ihr Tagessatz-Arbeitslosengeld auf 21,09 Euro fest. Die Frau überprüfte den Bescheid und entdeckte einen Fehler: Das AMS zog pauschal drei Prozent Arbeitslosenversicherungsbeitrag ab, obwohl für sie aufgrund des geringen Einkommens die Befreiung galt. Die damalige Grenze für diese Beitragsbefreiung lag bei 1.828 Euro brutto im Monat. Durch den falschen Abzug fiel die Netto-Berechnungsgrundlage und damit das Arbeitslosengeld zu niedrig aus.