Brisanz

Rechenzentrum in Leopoldsdorf muss durch die UVP-Feuerprobe

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Ein Paukenschlag für Leopoldsdorf: Das geplante Rechenzentrum eines US-Konzerns im Bezirk Bruck an der Leitha muss sich einem schonungslosen Umweltverträglichkeitsprüfverfahren (UVP) stellen.
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Das Land hat entschieden – und diese Entscheidung hat es in sich. Ausgelöst wurde das Verfahren durch den Konzern CloudHQ selbst, wie die "Niederösterreichischen Nachrichten" berichteten.

Machtwort aus St. Pölten

Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) lässt keinen Zweifel: "Das eingereichte Rechenzentrum in Leopoldsdorf muss einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden." Seine Warnung an die Tech-Giganten dieser Welt: "Die Gesellschaft benötigt offensichtlich immer höhere Rechenleistungen, das können wir uns nicht alleine aussuchen und das soll auch nicht alleine den USA, China etc. überlassen werden. Aber wir können die Errichtung dieser Rechenzentren und ihre Auswirkungen prüfen."

Gigantische Dimensionen

Drei tonnenschwere Rechenzentrumseinheiten, dreistöckige Gebäude, Kühlsysteme, ein eigenes Umspannwerk – auf 6,7 Hektar Fläche wächst hier ein technologischer Koloss heran. Den Ausschlag für die UVP-Pflicht geben gewaltige Notstromaggregate mit einer Brennstoffwärmeleistung von insgesamt rund 470 Megawatt.

Gesetz zieht die Zügel an

Erst im Frühjahr hatte Niederösterreich sein Raumordnungsgesetz drastisch verschärft: Großprojekte über drei Hektar brauchen künftig zwingend eine Standortverordnung der Landesregierung. Über 100 Anfragen für neue Rechenzentren seien seither deutlich zurückgegangen, so Pernkopf. Das Projekt Leopoldsdorf war jedoch bereits vor der Gesetzesnovelle anhängig – und entkommt den neuen Regeln damit knapp.

Erste Reaktion des WWF

Der WWF begrüßt die heute angekündigte Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das geplante CloudHQ-Rechenzentrum in Leopoldsdorf und fordert klare bundesweite Umweltregeln für derartige Großprojekte. "Großrechenzentren dürfen im UVP-Recht kein blinder Fleck bleiben. Der Bund muss einheitliche Kriterien für ihren Strom-, Flächen- und Ressourcenbedarf schaffen. Das bringt Rechtssicherheit und verhindert einen Fleckerlteppich aus unterschiedlichen Landesregeln", sagt WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories.

Was laut WWF alles geprüft wird

Im angekündigten UVP-Verfahren in Niederösterreich seien jetzt insbesondere der erwartete Strom- und Ressourcenbedarf, die Bodenversiegelung, die Auswirkungen auf Natur und Wasserhaushalt sowie Emissionen und Lärm transparent zu prüfen. Auch das vom US-Konzern angekündigte Abwärmenutzungskonzept müsse verbindliche Angaben zu nutzbaren Wärmemengen, Abnehmern und Zeitplan enthalten.

Das im Bezirk Bruck an der Leitha geplante Projekt mit einer Gesamtfläche von 6,7 Hektar umfasst drei Rechenzentrumseinheiten und fällt laut Landesangaben noch nicht unter die verschärften Raumordnungsregeln. Gerade bei Großprojekten, die noch nach alten Raumordnungsvorgaben behandelt werden, fordert der WWF höchste Prüfstandards und volle Transparenz. Unterschiedliche Regelungen der Bundesländer könnten einen bundesweit einheitlichen Umweltcheck jedoch nicht ersetzen.