Ex-Rennfahrer:

"Red Bull bereitet sich auf den Abgang von Max Verstappen vor"

© Getty Images
Der Wechsel von Mercedes-Talentscout Gwen Lagrue zu Red Bull schlägt hohe Wellen. Ex-Rennfahrer Johnny Herbert sieht darin eine mögliche Vorbereitung auf einen Abgang von Max Verstappen (28).
Zur Vollversion des Artikels

Ende Juli wurde bekannt, dass Red Bull ab der Saison 2027 das Persona aufstockt: Gwen Lagrue, der lange das Nachwuchsprogramm von Mercedes leitete, wechselt zum österreichischen Rennteam. Er wird in die Fußstapfen von Helmut Marko treten und das Junior-Team in Milton Keynes leiten. Lagrue half bereits bei der Entwicklung von Fahrern wie George Russell und dem aktuellen WM-Führenden Andrea Kimi Antonelli. Für Red Bull ist das ein wichtiger Baustein, nachdem das Team zuletzt Abgänge von Schlüsselfiguren wie Adrian Newey, Jonathan Wheatley, Rob Marshall und Will Courtenay verkraften musste.

Ein klares Signal an Verstappen

Laut dem ehemaligen Formel-1-Fahrer Johnny Herbert erfüllt dieser Neuzugang gleich zwei Zwecke. Einerseits will das Team dem vierfachen Weltmeister Max Verstappen zeigen, dass aktiv am Erfolg gearbeitet wird. "Ich kenne Gwen Lagrue; er weiß genau, was nötig ist, um das Beste aus einem Fahrer herauszuholen", zitiert das des niederländischen Rennsportmagazins "Formule 1" Herbert. Er erklärte weiter: "Außerdem weiß ein Team, dass es, wenn es einen der besten Fahrer aller Zeiten in seinen Reihen hat, beweisen muss, dass es die richtigen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Neuaufbau mitbringt. Er (Lagrue) versteht auch sehr gut, wie ein Team funktioniert. Es geht um die richtige Harmonie, damit ein Fahrer spürt, dass alles um ihn herum positiv organisiert ist."

Die Zeit nach dem Superstar

Gleichzeitig halten sich in der laufenden Saison 2026 die Spekulationen um einen Wechsel Verstappens zu Mercedes hartnäckig. Herbert sieht in der Personalie Lagrue auch eine mögliche Absicherung: "Die Ernennung von Gwen Lagrue könnte ein Zeichen für den Abgang von Max Verstappen sein", zitiert ihn das Portals "thejudge13". Sollte der Superstar das Team verlassen, müsse man sich laut dem Ex-Rennkommissar schnell umorientieren.

Fokus auf die nächste Generation

Für einen solchen Neuaufbau wäre der neue Nachwuchs-Chef die ideale Besetzung. "Wenn Max bereits einen Vertrag bei einem anderen Team unterschrieben hat, muss man sich als Team anderweitig umsehen", betonte Herbert. "Dann muss man sich beispielsweise auf Isack Hadjar konzentrieren und als Red Bull das bestmögliche Umfeld für ihn schaffen. Einem Team ist immer bewusst, dass ein Fahrer das Team verlassen könnte."