Hitze-Krise

Regierung: Jetzt müssen wir alle Wasser sparen

© APA/GEORG HOCHMUTH
Für den Krisenkoordinator der Bundesregierung Peter Vorhofer ist trotz der anhaltenden Hitzewelle die Lage in Österreich in Griff. Nichtsdestotrotz rief er am Donnerstag bei einer Pressekonferenz nach einem interministeriellen Treffen auf Beamtenebene zum Wassersparen auf.
Zur Vollversion des Artikels

Auch appellierte er eindringlich, in Wäldern auf Feuer zu verzichten. Nicht allzu rosig war der mittelfristige Ausblick die Trockenheit betreffend.

Wie Vorhofer berichtete, zeigten sämtliche Wettermodelle, dass sich auch im Laufe des Jahres keine Entspannung bezüglich Temperaturen und Niederschlagen anbahne. Einzig der November dürfte ein Ausreißer sein. Insgesamt sei bis Weihnachten aber mit keiner Entspannung zu rechnen.

Punktuelle Wasser-Engpässe möglich

Sorgen um die Trinkwasserversorgung muss man sich laut Vorhofer, der als Regierungsberater für nationale Sicherheit und Krisenvorsorge fungiert, nicht machen, auch wenn 90 Prozent der Messstellen sehr niedrige Grundwasser-Stände aufwiesen. Punktuelle Engpässe könnten daher in einzelnen Gemeinden auftreten, doch seien die mit Ausgleichsmaßnahmen in Griff zu bekommen. Dennoch riet der Krisenkoordinator: "Wer immer Wasser sparen kann, möge das bitte tun." Dies gelte vor allem für Außenbereiche.

Auch die Energie-Sicherheit ist für Vorhofer weiter gegeben, wiewohl einzelne Kraftwerke wegen Problemen mit fehlendem Kühlwasser gar nicht oder nur zum Teil zum Einsatz kommen können. Als besonders hilfreich erweist sich derzeit die Photovoltaik. "Mittelfristig" seien daher keine Probleme zu erwarten. Punktuell könnte man sogar in Nachbarländern aushelfen.

Hilfen für Landwirtschaft nötig

Stark von der Trockenheit betroffen ist die Landwirtschaft. Wörtlich sprach Vorhofer von einer "historischen Belastungsprobe". Eine unterdurchschnittliche Ernte sei zu erwarten, die Gesamtproduktion werde den Vorjahreswert deutlich unterschreiten. Daher empfiehlt er auch Hilfen für die Landwirtschaft. Zinslose Kredite wären da eine Möglichkeit, erklärte der Koordinator auf Nachfrage.

Weiter gegeben ist die Gefahr von Waldbränden, die aktuell "extrem hoch" sei. Vorhofers Appell: "Bitte kein Feuer im Wald." In Österreich gebe es 150 bis 300 Brände jährlich, von denen 85 Prozent durch den Menschen verursacht seien. Die Gefahr, dass auch Siedlungsgebiete betroffen sein könnten, werde dabei immer größer.

Insgesamt zeigt sich Vorhofer trotz der Herausforderungen ernst, aber einigermaßen zuversichtlich. Die Lage sei punktuell sehr herausfordernd, gesamtstaatlich stabil, jedoch mittelfristig anstrengend. Schließlich erlebe Österreich bereits die dritte Hitzewelle dieses Jahres und man habe mit einer Trockenheit zu kämpfen, die bereits nach dem Hochwasser 2024 ihren Ausgang genommen habe.