Renaturierung

Rettet die Flüsse! Ökologen schlagen Alarm

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Dürre im Sommer, Hochwasser im Herbst: Niederösterreichs Gewässer brauchen mehr Platz. Die 230 Renaturierungen seit 2010 reichen den Experten nicht.
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Die Große Tulln bei Judenau (Bezirk Tulln) darf sich auf 40 Metern ausbreiten, ein Biber staut das Wasser. BOKU-Ökologe Thomas Hein hält das für ein Vorbild. Ausreichend Wasser durch Niederschläge "tritt nicht mehr jedes Jahr ein", warnt er.

Zwangsjacke für Flüsse

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Bäche "in Korsette gezwängt", kritisiert Ökologe Günther Unfer. Das Wasser rauscht ab, versickert kaum und braucht bei Hochwasser hohe Dämme. Renaturierte Flüsse speichern Wasser und bieten Fischen kühle Rückzugsorte.

Hein fordert 20 Kilometer in 20 Jahren an der Großen Tulln. Bisher ist gut ein Kilometer geschafft.

Streit ums Geld

Die SPÖ verlangt 100 Millionen Euro pro Jahr, die Grünen wollen Hilfe für Gemeinden. LH-Stv. Stephan Pernkopf (ÖVP) hält dagegen: 20 Projekte sind im Bau, rund 20 Millionen Euro pro Jahr sind reserviert. "Wir tun mehr als andere Bundesländer."

Bauern am Zug

Die Ökologen wollen Randstreifen von Landwirten, gegen Entschädigung, Pacht oder Tausch. Die Landwirtschaftskammer ist gesprächsbereit. Unfer: "Jetzt müssen wir einen Teil zurückgeben."