Kritik an Merz
Roche stoppt Investitionen in Deutschland
Roche-Deutschland-Chef Daniel Steiners sagt im Interview mit der WELT: "Wir haben sämtliche künftigen Investitionsentscheidungen in Deutschland erst einmal auf Hold gesetzt. Roche, und damit meine ich auch unser globales Headquarter, will jetzt verstehen, wie es in Deutschland weitergeht."
Der Roche-Boss kritisiert: Im Koalitionsvertrag sei eine Stärkung des Pharmastandorts angekündigt worden – doch privatwirtschaftliche Investitionen folgten den politischen Ankündigungen nicht. Besonders das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz belaste die Industrie stark. Statt die strukturellen Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung anzugehen, setze die Politik auf kurzfristige Einsparungen und zusätzliche Lasten für Hersteller. "Damit verliert man doppelt: Das eigentliche Problem wird nicht gelöst, denn ohne echte Strukturreformen verpuffen solche Einsparungen erfahrungsgemäß und man steht schnell wieder vor demselben Defizit."
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Prüfung künftiger Projekte
Bereits im Sommer hatten Unternehmen wie Eli Lilly und Boehringer Ingelheim geplante Milliardeninvestitionen in Deutschland gekürzt oder gestrichen – ebenfalls mit Verweis auf das Sparpaket. Roche hielt damals noch an seinem großen Diagnostik-Projekt in Penzberg (600 Millionen Euro) fest, kündigte aber eine genaue Prüfung künftiger Vorhaben an – nun ist der Schritt vollzogen.
Seit 130 Jahren ist Roche in Deutschland präsent und hat seit 2020 fast 3,8 Milliarden Euro investiert sowie 1.800 Arbeitsplätze geschaffen. Diese Erfolgsgeschichte wolle man fortsetzen, doch Steiners sprach von einer Zäsur: "Dieser Automatismus, dass man weiter in einen Standort investiert, den gibt es in dieser Form einfach nicht mehr. Europa steht im Wettbewerb mit anderen großen Regionen, vor allem den USA, aber auch China."