"Wien heute"

"Rote Propaganda!" FPÖ tobt wegen ORF-Experten

Günther Ogris © APA/GEORG HOCHMUTH
Heftige Kritik am ORF-Wien: Die Wiener FPÖ sieht nach einem Beitrag in "Wien heute" einen Skandal und wirft dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk unverhohlene Propaganda für die SPÖ vor.

Nach einem Kriminalstatistik-Beitrag in der Sendung "Wien heute" herrscht bei den Wiener Freiheitlichen massive Aufregung. Der Sicherheitssprecher der Wiener FPÖ Stadtrat Stefan Berger und der Mediensprecher der Wiener FPÖ LAbg. Lukas Brucker kritisieren den Auftritt von Günther Ogris, der in der Sendung als unabhängiger Experte gesprochen und live die Opposition attackiert habe. Die FPÖ-Politiker bezeichnen Ogris als zentrale Figur in einem Skandal um ein SPÖ-Strategiepapier aus dem Jahr 2023 zur Verleumdung politischer Mitbewerber. Dass dieser nun im ORF unwidersprochen auftreten durfte, sei ein unfassbarer Skandal.

Kritik an Wiener Kriminalstatistik

Die Freiheitlichen verweisen auf stark gestiegene Kriminalitätszahlen in der Bundeshauptstadt, insbesondere im Bereich der Sexualdelikte sowie bei Nicht-Österreichern. Der Anteil ausländischer Verurteilter liege bei 60,6 Prozent, während die Zahl der Verurteilungen bei Sexualdelikten um 41,2 Prozent gestiegen sei. Dies würden die Wienerinnen und Wiener tagtäglich spüren. Laut Berger und Brucker betonen selbst prominente Künstler wie Melissa Naschenweng, dass sie sich im roten Wien nicht mehr sicher fühlen. Dem ORF wird in diesem Zusammenhang die Verbreitung von Fake News vorgeworfen.

Schwere Vorwürfe gegen Landesdirektor

Im Zentrum der FPÖ-Kritik steht auch ORF-Wien Landesdirektor Weinzettl. Es pfeifen bereits die Spatzen von den Dächern, dass er Teil eines schmutzigen rot-schwarzen Deals um die Generaldirektorenbestellung sei. Für seine Hofberichterstattung für SPÖ-Bürgermeister Ludwig soll er einen Direktorenposten am Küniglberg erhalten. Ihm wird vorgeworfen, auf Wunsch von Ludwig bei der Wien Wahl 2025 die üblichen Zweierduelle der Spitzenkandidaten verhindert zu haben. Nach dem aktuellen Beitrag sei es völlig undenkbar, dass ein solcher roter Erfüllungsgehilfe für eine solche Position infrage kommt.

Forderung nach sofortiger Erneuerung

Die Wiener Freiheitlichen fordern aufgrund der Vorfälle sofortige inhaltliche und personelle Konsequenzen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Nötig sei eine Erneuerung von Haupt und Gliedern, die nicht nur den Küniglberg, sondern explizit auch das ORF Landesstudio Wien betrifft. Die rote Ludwig-Propaganda müsse ein Ende haben, da die Wienerinnen und Wiener ein Recht auf objektive Information besitzen.

ORF reagiert

Der ORF meldete sich mit einer ausführlichen Stellungnahme: "Die Vorwürfe der FPÖ entbehren jeder Grundlage. Der Beitrag von "Wien heute" hat die von Statistik Austria veröffentlichten Zahlen vollständig und korrekt wiedergegeben – einschließlich des Anstiegs der Verurteilungen bei Sexualdelikten um 41,2 Prozent sowie des Anteils nicht-österreichischer Staatsbürger an den Verurteilten von 60,6 Prozent.

Auch im anschließenden Studiogespräch wurden diese Zahlen weder bestritten noch relativiert, sondern in ihren statistischen Kontext eingeordnet. Der Hinweis, dass Bevölkerungsentwicklung, Altersstruktur und soziale Faktoren bei der Interpretation von Kriminalitätsdaten berücksichtigt werden müssen, entspricht wissenschaftlichen Standards und stellt keine "Propaganda" dar.

Von "Fake News", "Beschönigung" oder einer Verfälschung der Fakten kann daher keine Rede sein. Der ORF hat die relevanten Daten transparent dargestellt und durch einen Experten einordnen lassen. Genau das ist Aufgabe eines öffentlich-rechtlichen Mediums."