Das Trauerspiel von 2018 wurde es nicht, dafür die große Pop-Party. Fast sieben Jahre nach dem Tod von Marie Fredriksson († 61) ließ Per Gessle am Mittwoch seine Hitband Roxette beim "Donauinsel Open Air" in Wien wieder auferstehen und dabei 6.500 Fans mitfeiern.
Neue Sängerin
Die neue Sängerin Lena Philipsson, die sich erst gar nicht anmaß, Marie ersetzen zu können („Ich liebe sie und bin mir sicher, dass sie uns heute aus dem Himmel zuhört!“), bemühte sich vom Opener "The Big L." bis zum Finale rund um "The Look" gut eineinhalb Stunden lang, die großen Fußstapfen zu füllen.
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"Das ist mein erstes Mal in Wien"
Das funktionierte vor allem bei Rockern wie "Dressed For Success" oder "How Do You Do!", bei dem Per den Großteil des Gesangs übernahm, überraschend gut. Auch weil die neue Roxette-Stimme vor opulenter Videoshow mit Vollkörpereinsatz punktete und schon bei "Sleeping in My Car" lasziv am Laufsteg Richtung Publikum abrockte. "Das ist mein erstes Mal in Wien. Ich fühle mich wie eine Jungfrau!"
Mitsingfreudiges Publikum
Das gefiel dem mitsingfreudigen Publikum. Ebenso, dass die großen Balladen "Fading Like A Flower", "Listen To Your Heart" und vor allem "It Must Have Been Love" zwar nicht an Marie herankamen, aber dennoch Leidenschaft ausstrahlten.
Umso eigenartiger, dass just ein eigentlich simpler und deshalb umso grandioser Up-Tempo-Radio-Kracher in Wien die Grenzen aufzeigte: "Joyride" kam leider etwas wie ein missglücktes Starmania-Casting daher. Das partyfreudige Publikum, das auch mit dem "Donauwalzer" bei der Bandvorstellung belohnt wurde, ließ sich aber auch davon nicht den Spaß verderben. Zum Glück war das der einzige Misston eines gelungenen Abends, der jegliche Karaoke- oder Cover-Band-Vorurteile ad absurdum führte.
Es ist der Sänger, nicht der Song, heißt es oft in Anerkennung von Stimmgiganten wie Frank Sinatra, Tom Jones oder Tina Turner. Lena Philipsson ist davon zwar noch ein Stück entfernt, aber sie hat Roxette in Wien immerhin neues Leben eingehaucht!