Polit-Beben

Bärbel Bas tritt als SPD-Chefin und Ministerin zurück

© Getty Images
Polit-Beben in Deutschland. Bärbel Bas tritt als SPD-Chefin und Arbeitsministerin zurück.
Zur Vollversion des Artikels

Berlin. Bärbel Bas (58, SPD) zieht sich überraschend komplett aus ihren bisherigen Spitzenämtern zurück. Das gab die Politikerin Montag via Instagram bekannt. Nach dem Verlust ihrer Stieftochter benötige sie Zeit, um die Trauer zu verarbeiten.

Ihren Doppel-Rücktritt teilte Bas via Instagram mit:

"Nach dem Tod meiner Stieftochter habe ich festgestellt, dass ich Zeit brauche, um die Trauer zu verarbeiten. Diese möchte ich mir ausreichend nehmen. Darüber hinaus muss ich leider feststellen, dass die öffentlichen Angriffe auf mich, leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners, in dieser für mich persönlich schwierigen Zeit weiter forciert wurden."

Und weiter: "Da ich momentan nicht die Kraft aufbringen kann, kurzfristig meine Regierungs- und Parteiarbeit vollumfänglich auszuüben, habe ich mich entschieden, beide Ämter aufzugeben. Deshalb habe ich meinen Co-Vorsitzenden und Vizekanzler Lars Klingbeil darüber informiert, dass ich mein Amt als Parteivorsitzende mit dem heutigen Tag niederlege. Gleichzeitig habe ich den Bundeskanzler gebeten, mich aus dem Amt der Bundesministerin für Arbeit und Soziales zu entlassen."

Sie fügt weiters hinzu: "Dieser Schritt ist mir nicht leichtgefallen. Ich bin aber davon überzeugt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesministeriums jetzt eine starke Hausleitung verdient haben, die mit voller Kraft die anstehenden Gesetze und Reformvorhaben vorantreibt. Am Ende meiner Zeit als Ministerin möchte ich vor allem eines sagen: Danke für die Unterstützung, die ich im gesamten Haus erfahren habe."

Sie werde ihr Bundestagsmandat aber weiter behalten, hieß es in dem am Montag verbreiteten Schreiben.

Dank auch an die Partei

In Ihrem Statement dankte Bas auch der SPD. Die Sozialdemokratie werde aus den vergangenen Wahlen die richtigen Schlüsse ziehen, so die Politikerin. Die Weichen dafür seien unter anderem mit dem Konvent und dem Grundsatzprogrammprozess gestellt.

Versöhnliche Worte zum Abschied

Einen besonderen Dank richtete Bas an Lars Klingbeil und Matthias Miersch für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie an Fraktion und Partei. Für sie ende heute ein Kapitel, aber nicht die Geschichte. Was bleibe, seien nicht getragene Ämter, sondern Spuren in den Herzen der Menschen.