Laut Insidern

Saudi-Arabien storniert Öllieferungen nach Europa

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Nach einer Drohnen-Attacke musste die wichtige Ost-West-Pipeline in Saudi Arabien geschlossen werden. Jetzt berichten Insider, dass die Saudis einige Rohöllieferungen nach Europa stornieren.
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Dhahran/Riad. Saudi-Arabien storniert Insidern zufolge einige für Ende September geplante Rohöllieferungen an europäische Kunden. Der weltgrößte Rohölexporteur reagierte damit auf die Schließung seiner Ost-West-Pipeline nach einem Angriff in der vergangenen Woche, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen Reuters. Außerdem belasten Angriffe der jemenitischen Houthi-Miliz im Roten Meer und anhaltende Behinderungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormuz das Geschäft.

Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco lehnt eine Stellungnahme ab.

Ausfall der wichtigen Hauptroute

Im saudischen Rotmeerhafen Janbu sei die Verladung von Öl aktuell gestoppt, berichtet "n-tv". Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat die Ost-West-Pipeline getroffen, welche Rohöl zum Roten Meer transportiert. Diese Verbindung dient dazu, die faktisch blockierte Straße von Hormuz zu umgehen und große Mengen Öl vom Persischen Golf weiterzuleiten. Nach den Angriffen in den Regionen Riad und Medina wurde die Leitung aus Sicherheitsgründen abgeschaltet.

Karte Iran und Arabische Halbinsel, Schifffahrtsrouten, Straße von Hormuz, Bab al-Mandab. © APA

Janbu gilt als bedeutendster Ölhafen des Landes am Roten Meer und hat sich zur zentralen Ausfuhrroute entwickelt. Laut Berichten von Associated Press könnten die Reparaturarbeiten an der Pipeline drei bis fünf Wochen dauern, während manche Analysten sogar von noch längeren Ausfällen ausgehen.

Deutlicher Anstieg der Ölpreise

Die Entwicklungen treiben die Rohölpreise weiter in die Höhe. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November verteuerte sich am Nachmittag um 1,7 Prozent auf 107,44 US-Dollar. Für zusätzliche Unruhe sorgen Berichte aus Libyen über die Schließung des Al-Tahar-Ölfelds. Grund dafür ist die erzwungene Sperrung der Hamada-Zawiya-Pipeline, wie die National Oil Corporation auf Facebook mitteilte. Das Land liefert einen Großteil seines Rohöls nach Europa.

Eskalation belastet den Markt

Als wesentlicher Treiber der Preisentwicklung gilt weiterhin der Iran-Krieg, da eine Freigabe der Straße von Hormuz nicht abzusehen ist. Die Huthi-Miliz kontrolliert zudem die Meerenge Bab al-Mandab und stoppt die Passage saudischer Schiffe. Seit dem Ausbruch des Krieges hat sich Brent-Öl massiv verteuert; Ende Februar lag der Preis pro Barrel noch bei lediglich 70 Dollar.