Wachsendes Problem

Schulschwänzen ist "in": 65 Prozent mehr Anzeigen in Wien

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Immer mehr Kinder und Jugendliche bleiben in Wien dem Unterricht fern: Die Zahl der Anzeigen wegen Verletzung der Schulpflicht ist innerhalb eines Jahres regelrecht explodiert.
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Die aktuellen Zahlen sind "besorgniserregend", wie Harald Zierfuß, Bildungssprecher der Wiener ÖVP, im ORF zitiert wird. Die Rede ist vom Schulschwänzen: Wurden 2023/24 noch 4.800 Anzeigen wegen unerlaubtem Fernbleiben des Unterrichts in der Bundeshauptstadt registriert, waren es im darauffolgenden Schuljahr satte 7.900. Das entspricht einem Plus von rund 65 Prozent. "Kinder, die hier mehrere Tage unentschuldigt in der Schule fehlen, haben weniger Chancen, weil sie den Unterricht versäumen", fürchtet der türkise Bildungssprecher um die Zukunft der Jugend.

Vor diesem Hintergrund wurde mit diesem Schuljahr der finanzielle Druck erhöht. Eltern drohen nach dem dritten unentschuldigten Fehlen ihrer Kinder nämlich Verwaltungsstrafen. Statt bisher maximal 440 Euro können nun Geldstrafen von bis zu 800 Euro verhängt werden. Die Mindeststrafen liegen bei 150 Euro. Dennoch wird bezweifelt, dass höhere Strafen allein das Problem lösen können. Viel wichtiger seien Unterstützung, Prävention und der direkte Kontakt zu Jugendlichen, wie Experten meinen.

Wien zählt mit Blick auf die Bevölkerung zu den jüngsten Bundesländern Österreichs und hat besonders viele Kinder und Jugendliche. Hier beobachten Fachleute einen vergleichsweise höheren Frust, der unter jungen Menschen rasanter anwächst als andernorts: Viele würden ob der politischen und wirtschaftlichen Spannungen - national wie international - den Sinn des Schulbesuchs hinsichtlich ihrer Zukunft zunehmend in Frage stellen.