105 Kinder verletzt
Schulwegunfälle: OÖ ist österreichweit Spitzenreiter
OÖ. Die Zahl der Schulwegunfälle ist in Oberösterreich im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Laut der Mobilitätsorganisation VCÖ wurden 102 Unfälle registriert, bei denen 105 Kinder verletzt wurden. Das entspricht einem Anstieg um 40 Prozent. Todesopfer gab es keine. Im Bundesländervergleich liegt Oberösterreich damit vor Niederösterreich mit 85 und Wien mit 80 Schulwegunfällen.
Schulweg mit Kindern bereits in Ferien üben
Der VCÖ rät Eltern, den Schulweg bereits während der Ferien gemeinsam mit ihren Kindern zu üben. Das gilt besonders für Schulanfänger und Kinder, die von der Volksschule in eine Mittelschule oder ein Gymnasium wechseln. Bevorzugt werden sollten Wege mit möglichst wenigen Straßenüberquerungen und gut ausgebauten Gehwegen.
Eltern sollten den Schulweg zudem aus der Perspektive ihrer Kinder betrachten. Parkende Fahrzeuge können beispielsweise die Sicht auf den Verkehr erheblich einschränken. Gefahrenstellen sollten der jeweiligen Gemeinde und der Schuldirektion gemeldet werden, damit mögliche Verbesserungen geprüft werden können.
Städte und Gemeinden gefordert
Auch Städte und Gemeinden seien gefordert, mit Verkehrsberuhigungen und übersichtlichen Straßenübergängen die Sicherheit zu erhöhen. Autofahrer müssen besonders aufmerksam sein, da Kinder vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen sind. Vor allem bei Schutzwegen ist deshalb besondere Vorsicht notwendig.
SPÖ-Verkehrssprecher Tobias Höglinger fordert angesichts der gestiegenen Unfallzahlen weitere Maßnahmen. Tempo 30 soll vor Schulen, Kindergärten und Horten zum Regelfall werden. Außerdem sollen Gemeinden mehr Möglichkeiten erhalten, den Verkehr zu beruhigen und Geschwindigkeiten mittels Radar zu überwachen. Damit soll das Unfallrisiko insbesondere für Kinder auf ihrem täglichen Schulweg reduziert werden.