Steinpilze und Co.
Schwammerl-Saison: Wichtiger Tipp für Suche im Wald
Wer Steinpilze finden möchte, muss gezielt auf die Umgebung im Wald achten. Der braune Hut der Pilze ist am Waldboden oft perfekt getarnt. Ein genaues Blickfeld für Bäume, Pflanzen, Licht und die aktuelle Wetterlage hilft dabei, aussichtsreiche Stellen zu erkennen.
Gemeine Steinpilze gedeihen bevorzugt dort, wo passende Baumarten und ausreichend feuchte Böden zusammenkommen. Als Partnerbäume dienen vor allem Fichten, Buchen, Eichen sowie Kiefern. Besonders lichte Mischwälder, Waldränder, jüngere Bestände, Schneisen, Wege und Bachränder gelten als ertragreich. Ein lichter Bestand lässt ausreichend Sonne durch, ohne dass das Erdreich austrocknet. Im Flachland stehen Buchen und Eichen im Fokus, während in deutschen Mittelgebirgen lichte Fichtenbestände als interessant gelten. Ein einzelner Baum reicht jedoch nicht aus, maßgeblich ist immer das Zusammenspiel verschiedener Faktoren.
Böden und Zeigerpflanzen richtig lesen
Der Untergrund verrät viel über ein mögliches Pilzvorkommen. Steinpilze bevorzugen saure bis neutrale, magere Böden mit einer eher dünnen Humusschicht. Moos, lockeres Laub sowie wenig Krautbewuchs deuten auf passende Bedingungen hin. Auch das Vorkommen von Heidelbeeren, Sauerklee und Stechpalmen liefert wertvolle Hinweise. Nährstoffreiche Erde, erkennbar an Brennnesseln oder Springkraut, schränken das Vorkommen von Mykorrhiza-Pilzen wie dem Gemeinen Steinpilz hingegen ein.
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Besonders nach Regenfällen und bei milden Temperaturen zahlt sich eine frühe Kontrolle bekannter Waldabschnitte aus. Während Nord- und Osthänge länger kühl bleiben, wird die nächtliche Feuchtigkeit in Mulden gut gespeichert. Staunässe sollte auf dem Terrain allerdings nicht herrschen. Als typische Begleitpilze treten Fliegenpilze, Perlpilze, Mehl-Räslinge und Krause Glucken auf. Wer alte Steinpilzreste entdeckt, sollte sich die Stelle merken, da das unterirdische Myzel bei passendem Wetter wieder neue Fruchtkörper bilden kann.
Richtiges Sammeln und Sichere Bestimmung
Ein Aufsammeln sollte grundsätzlich nur mit ausreichendem Grundwissen erfolgen. Bei Unsicherheiten stehen offizielle Pilzberatungsstellen oder ehrenamtliche Pilzsachverständige zur Verfügung, die Funde häufig kostenlos oder gegen eine kleine Spende überprüfen. In den Korb gehören ausnahmslos frische und eindeutig bestimmte Exemplare. Zu kleine sowie überreife Stücke bleiben im Wald zurück.
Für eine sichere Bestimmung muss die Stielbasis erhalten bleiben, der Transport hat luftig zu erfolgen. Die Reinigung sollte möglichst trocken durchgeführt werden, gefolgt von einer baldigen Verarbeitung. Zudem gilt es, Naturschutzbestimmungen, Sammelmengen sowie Verunreinigungen nahe von Straßen zu berücksichtigen. Als Richtgröße nennt die Deutsche Gesellschaft für Mykologie etwa ein bis zwei Kilogramm pro Person und Tag.