Ausschreitungen

Rechtsextreme Krawalle nach Zugunglück in Spanien

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In der spanischen Hauptstadt Madrid ist es vor dem Transportministerium zu Ausschreitungen gekommen.
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Rechtsextreme Gruppen hatten nach dem schweren Zugsunglück von Urda zu einer Protestkundgebung aufgerufen. Dabei kam es zu Spannungen zwischen Teilen der rund 1.500 Demonstranten und der Polizei, wie der Fernsehsender TVE berichtete. Die Beamten setzten schließlich Tränengas ein, um die Demonstration aufzulösen.

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Der Protest richtete sich gegen die Regierung des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez und dessen Verkehrsminister Óscar Puente, bei denen die Kundgebungsteilnehmer die Verantwortung für das Zugunglück in der Provinz Toledo sehen. Aufgerufen zu der Demonstration hatte die ultrarechte Falangistische Jugend auf sozialen Medien. Andere rechtsgerichtete Gruppen schlossen sich dem Protest an.

Regierung am Pranger

Vor der vorgezogenen Parlamentswahl vom 29. November hatte es nicht lange gedauert, bis Oppositionspolitiker der linken Regierung die Schuld am Unglück gaben. "Korruption tötet", die Regierung sei kriminell, sagte etwa der Chef der rechtspopulistischen Partei Vox, Santiago Abascal. Mehrere Experten wiesen Spekulationen als "verfrüht" zurück. Oscar Carballo von der Ingenieurkammer sagte zu dem TV-Sender RTVE: "Theoretisch ist es unmöglich, dass ein Zug auf einer Hochgeschwindigkeitsstrecke auf einen anderen auffährt."

Bei einem schweren Zugsunglück sind in Spanien mindestens 68 Menschen ums Leben gekommen. Zwei Hochgeschwindigkeitszüge stießen nahe Urda in der Provinz Toledo rund 130 Kilometer südlich von Madrid zusammen.

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Menschliches Versagen möglicherweise die Ursache

Das Unglück sei auf eine "unerklärliche" und "falsche" Entscheidung der Bahnleitstelle zurückzuführen, sagte Verkehrsminister Óscar Puente am Mittwochnachmittag. Obwohl das automatische Zugsicherungssystem nach einem Computerausfall noch nicht wieder funktionierte und alle Züge auf einer Strecke von 63 Kilometern standen, sei dem Renfe-Zug grünes Licht zur Weiterfahrt gegeben worden. Ob menschliches Fehlverhalten vorliege, müsse die Untersuchung klären.

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Das auf der Strecke Madrid-Sevilla eingesetzte deutsche Zugsicherungssystem LZB (linienförmige Zugbeeinflussung) überwacht kontinuierlich das Fahrverhalten der Züge und übermittelt dem Lokführer Fahranweisungen direkt ins Führerhaus. Überschreitet ein Zug die zulässige Geschwindigkeit oder missachtet er bestimmte Vorgaben, kann das System automatisch bremsen. Bei einer größeren Störung übernimmt die Bahnleitstelle weitgehend die Kontrolle.

Warum der zuständige Fahrdienstleiter die Gefahr nicht rechtzeitig erkannte, ist eine der zentralen offenen Fragen. Zwischen den beiden Zügen lagen rund 25 Kilometer, die der Renfe-Zug in etwa 17 Minuten zurücklegte. Beamte der Polizei und der unabhängigen Behörde für die Untersuchung von Unfällen (AITAT) befragten bereits den Mitarbeiter. Die AITAT hält es noch für "viel zu früh", Hypothesen zu den Ursachen des Zusammenstoßes aufzustellen.