Griffen Baustelle an

Sechzig Polizisten verletzt bei gewaltsamen Protesten

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Bei gewaltsamen Ausschreitungen am Rande einer Demonstration im Susatal in der norditalienischen Region Piemont sind nach Angaben der Polizeigewerkschaft Coisp rund 60 Einsatzkräfte verletzt worden.
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Vermummte Demonstranten griffen am Samstag mehrere Baustellen der Hochgeschwindigkeitsstrecke Turin-Lyon an. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein.

Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich rund 20.000 Menschen an der Demonstration gegen die Baustellen. An der Baustelle von Chiomonte lieferten sich hunderte überwiegend schwarz gekleidete und vermummte Demonstranten Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Sie warfen Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper. Zwei Fahrzeuge der Carabinieri gerieten in Brand. Die Polizeigewerkschaft Coisp sprach später von insgesamt vier in Brand gesetzten Fahrzeugen der Sicherheitskräfte.

Proteste führten zu erheblichen Verkehrsbehinderungen

Auch an der Baustelle in San Didero kam es zu Zusammenstößen. Demonstranten bewarfen Einsatzkräfte mit Steinen und Molotow-Flaschen. Die Polizei reagierte mit Tränengas. Die Auseinandersetzungen dauerten dort etwa 20 Minuten. Die Proteste führten zudem zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Die Autobahn A32 zwischen Turin und der Stadt Bardonecchia wurde abschnittsweise gesperrt. Der Bahnverkehr zwischen Bardonecchia und Salbertrand wurde vorübergehend eingestellt, nachdem sich Demonstranten auf den Gleisen aufgehalten hatten.

Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verurteilte die Ausschreitungen scharf. Wer Feuerwerkskörper auf Einsatzkräfte werfe, staatliche Fahrzeuge anzünde und Polizisten angreife, verteidige keine Idee, sondern greife den Staat an, erklärte sie. Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini sprach von den "giftigen und gewalttätigen Früchten" einer politischen Kultur, die Hass gegen die Sicherheitskräfte schüre. Auch Piemonts Regionalpräsident Alberto Cirio verurteilte den "organisierten Angriff" auf die Baustellen und die Einsatzkräfte.

Bereits im Vorfeld der Demonstration hatten die Behörden umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen angeordnet. Die Polizei beschlagnahmte bei Kontrollen unter anderem Schleudern, Feuerwerkskörper und andere Gegenstände, die nach Behördenangaben bei Angriffen auf Einsatzkräfte eingesetzt werden können.