Energie-Waffenruhe?

Selenskyj schießt gegen Trump-Ansage

© APA/AFP/UKRAINIAN PRESIDENTIAL P
Der ukrainische Präsident Selenskyj ist zu einer Energie-Waffenruhe unter einer Bedingung bereit.
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Kiew (Kyjiw). Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich unter Bedingungen zu einer von den USA vorgeschlagenen Waffenruhe bei Angriffen auf Energieanlagen bereit erklärt. Kiew werde einen solchen Schritt aber nur unterstützen, wenn die US-Regierung garantiere, dass Moskau den Krieg tatsächlich beenden wolle, sagte Selenskyj am Montag in seiner abendlichen Videobotschaft.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump auf Social Media erklärt, Russland und die Ukraine hätten sich darauf geeinigt, keine Energieziele des jeweils anderen mehr anzugreifen. Russland äußerte sich zunächst nicht zu Trumps Angaben.

"Bisher kein echter Wille Russlands zu Kriegsende"

Selenskyj wies eine formelle Zustimmung zu dieser Darstellung zurück. Man habe bisher keinen echten Willen Russlands zu einem Kriegsende gesehen, erklärte er. Sollten die US-Partner jedoch eine ehrliche und langfristige Bereitschaft Moskaus sicherstellen, werde die Ukraine eigene Schritte zur Deeskalation unternehmen. Ein Abkommen müsse verlässlich sein und echte Auswirkungen auf das Leben der Menschen haben.

In dem seit viereinhalb Jahren andauernden Krieg hat Russland immer wieder ukrainische Energieanlagen beschossen. Dies hat zu massiven Schäden an den Strom- und Wärmenetzen geführt und sowohl die Industrie als auch den Alltag der Zivilbevölkerung stark beeinträchtigt. Das ukrainische Militär greift seinerseits seit Monaten russische Industrieanlagen an. Im Fokus steht dabei vor allem die Ölindustrie, die eine der wichtigsten Stützen der russischen Wirtschaft ist. Diese Angriffe haben in mehreren russischen Regionen zu erheblichen Engpässen bei Benzin geführt.