Fund in Alexandria
Sensation unter Wasser: Taucher lüften Geheimnis um antikes Weltwunder
Auf der versunkenen Insel Antirhodos im Mittelmeer machten Taucher eine spektakuläre Entdeckung. Zwischen den Granitblöcken und Steinfundamenten eines ehemaligen Palastes fand das Team einen bronzenen Siegelring. Das besondere Objekt zeigt den berühmten Leuchtturm von Alexandria, das jüngste der sieben Weltwunder. Es ist das erste bekannte Siegel dieser Art. Die laufenden Unterwasserausgrabungen im antiken Hafen Portus Magnus werden vom Europäischen Institut für Unterwasserarchäologie (IEASM) unter der Leitung von Franck Goddio durchgeführt.
Siegelring vom Weltwunder in Alexandria
Laut Goddio vertieft der geborgene Siegelring das Verständnis für die kulturelle und politische Bedeutung der Insel. Der Fundort belegt, dass der Palast einst über administrative Büros verfügte, welche unter anderem den historischen Prachtbau verwalteten. Die Archäologen hatten unweit des Isis-Tempels bereits im vergangenen Jahr einen unter Sedimenten begrabenen Vergnügungspalast aus der Zeit Kleopatras entdeckt, der sich in der Umgebung der königlichen Insel befindet.
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Antiker Bau
Die genaue Lage des Pharos genannten Turms ist bis heute nicht abschließend geklärt. Experten stützen sich bei der Erforschung auf schriftliche Zeugnisse sowie Münzen. Die Reliefdarstellung auf dem gefundenen Schmuckstück ähnelt den Motiven von Münzen aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. Nach der Rekonstruktion des Forschers Hermann Thiersch bestand der schätzungsweise bis zu 150 Meter hohe Leuchtturm von Alexandria aus einem quadratischen Unterbau, einem aufgesetzten Oktogon sowie einem Rundbau und einer runden Säulenhalle mit einer Monumentalstatue.
Der griechische Geograf Strabon beschrieb das imposante Bauwerk aus weißem Gestein bereits um die Zeitenwende. Er betonte, dass die flache und hafenlose Küste ein leuchtendes Zeichen für die herannahenden Schiffe erforderte. Das von den Ptolemäern errichtete Monument überstand das Ende ihrer Dynastie und blieb über 1000 Jahre in Betrieb, bevor zwei schwere Erdbeben es in den Jahren 1303 und 1323 zum Einsturz brachten. An seiner vermuteten Stelle entstand im 15. Jahrhundert die Festung Qait Bey, in der noch heute zahlreiche Bauteile des ehemaligen Weltwunders erhalten sind.