Segeltörn

Seychellen: Inselhüpfen unter weißen Segeln

© Silhouette Cruises
Acht Tage, fünf Inseln. Mit der Sea Bird – einem traditionellen Zweimaster, der ab Mahé die Segel setzt – beginnt ein unvergesslicher Segeltörn durch die Inselwelt der Seychellen – begleitet von einsamen Traumstränden, Riesenschildkröten und tropischen Unterwasserwelten.
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Mahé, Cousin, La Digue, Praslin und Curieuse: Jede Insel entfaltet ihren ganz eigenen Charakter – mal Vogel- und Schildkrötenparadies, mal Fahrradidylle, mal geheimnisvoller Urwald oder dramatische Granitküste.

Wenn der Wind das Kommando setzt

Barfuß über das Deck laufen, mit tropischen Fischen schnorcheln und vor einer Inselkulisse wie aus einem Abenteuerroman den Sonnenuntergang genießen: Ein achttägiger Segeltörn mit der Sea Bird der Silhouette Cruises (https://seychelles-cruises.com/) führt durch eine der schönsten Inselwelten der Erde, wo jede Bucht und jede Anlandung einzigartige Entdeckungen verspricht. Wer in Port Victoria auf Mahé an Bord geht, merkt schnell: Die Sea Bird ist kein schwimmendes Boutique-Hotel mit Marmor, Dresscode und anderem Luxus-Chichi. Sie ist ein 42 Meter langes Segelschiff mit sieben Kabinen, einem kleinen Salon, einer Bar und einem langen Gemeinschaftstisch am Heck, an dem gegessen, gelacht und über die Erlebnisse des Tages gesprochen wird. Das Besondere: Hier werden die Segel nicht nur dekorativ präsentiert: Sobald der Wind passt, setzt die Crew die Segel tatsächlich.

Maritimer Charme. Der Salon mit Bar bildet den perfekten Platz für den Espresso-Genuss am Morgen. © Silhouette Cruises

Wo die Inselreise beginnt

Anse Lazio auf Praslin - Traumstrand wird mit Dingi angefahren. © Getty Images/iStockphoto

Wer die Seychellen wirklich kennenlernen will, bleibt nicht auf einer Insel. Die Magie dieses Archipels entfaltet sich erst zwischen den Inseln, auf dem Meer. Genau dort beginnt das Abenteuer.   Schon kurz nach dem Auslaufen aus Victoria auf Mahé wird klar: Hier gelten andere Regeln. Schuhe verschwinden schnell in der Kabine. Barfuß heißt das Motto der Woche. Shorts, T-Shirt und Bikini reichen meist völlig aus. Nur am Abend sorgt eine leichte Brise dafür, dass man sich vielleicht einen Hoody mit Kapuze überzieht.

Mahé zeigt seine wilde Seite

Entlang der spektakulären Nordwestküste Mahés zieht die Sea Bird vorbei an üppig bewachsenen Hängen, gewaltigen Granitblöcken und Buchten, die in allen Blau- und Grüntönen schimmern. Das Meer scheint täglich neue Farben zu erfinden. Im geschützten Marinepark von Baie Ternay wartet bereits das erste Schnorchelrevier. Tropische Rifffische schillern zwischen bunten Korallen, Meeresschildkröten ziehen gemächlich vorbei – und mit etwas Glück sieht man sogar einen Rochen durch das warme Wasser gleiten. Später ankert das Schiff in der Beau Vallon. Dort zeigt sich einer der schönsten Sonnenuntergänge der Seychellen. Der Himmel wechselt von Gold zu Orange, von Rosa zu Purpur.

TropischEr Zauber. Wenn der Himmel in Orange leuchtet, beginnt auf der Star Bird das kreolische Barbecue mit fangfrischem Fisch & Meeresrauschen als Hintergrundmusik. © Irene Stelzmüller

Kreolische Küche unter Sternen

Das Leben an Bord ist angenehm unkompliziert. Die Mahlzeiten werden in Buffetform am Communal Table am Heck serviert. An Bord wird die kreolische Küche mit viel Liebe zelebriert. Häufig landen frisch gegrillter Jobfisch oder Red Snapper auf unseren Tellern, begleitet von Reis und diversen Saucen mit Gemüse. Die feurige Chilisauce steht bewusst separat bereit – so kann jeder selbst entscheiden, wie viel Insel-Schärfe er verträgt. Unvergesslich bleiben vor allem die Desserts wie das herrlich luftige Passionsfrucht- oder Brotfrucht-Mousse, dazu die langsam reifenden kleinen Bananen vom mitgeführten "Büschel" zum Selberpflücken – all das schmeckt nach einem Tag unter Segeln wie ein süßer Tropengruß.

Vogelparadies - Cousin Island © Irene Stelzmüller

Kleinste Granitinsel voll Überraschungen

Cousin Island misst nur wenige Quadratkilometer und ist dennoch eines der wichtigsten Vogelreservate der Seychellen. Die Insel ist unbewohnt und darf nur im Rahmen geführter Besuche betreten werden. Die Anlandung erfolgt spektakulär: Ein schnelles Beiboot "carvt" mit der Welle auf den Sandstrand zu – ein bisschen wie James Bond. Rund eine Stunde dauert die Führung mit den Rangern. Ohne ihre geschulten Augen würde man viele Tiere übersehen. Besonders faszinierend ist die Feenseeschwalbe. Sie baut kein Nest, sondern legt ihr einzelnes Ei einfach in eine Astgabel. Weißschwanz-Tropikvögel kreisen über unseren Köpfen  oder sitzen mit ihren Kücken direkt neben dem Weg, überall piepst und flattert es. Spätestens hier wird klar, dass die Seychellen nicht nur aus Traumstränden bestehen.

Curieuse. Hier begegnet man den streng geschützten Aldabra-Riesenschildkröten bereits am Strand. © Getty Images

Schildkröten, Mangroven und das Doctor House

Curieuse gehört zu den eindrucksvollsten Stationen der Reise. Die nahezu unbewohnte Insel ist berühmt für ihre Aldabra-Riesenschildkröten, die gemächlich ihren Weg zwischen Wiese und Sandstrand suchen. Ein weiteres Highlight hier ist die fast einen Kilometer lange Holzbrücke, die durch einen dichten Mangrovenwald zum historischen Doctor House führt.

Curieuse ist die Insel mit den spitzen Felsen © Getty Images/imageBROKER RF

Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1893 und erinnert an die Zeit, als Curieuse als Lepra-Kolonie genutzt wurde. Zurück an Bord wird das Barbecue vorbereitet, aber es bleibt genügend Zeit zum Schwimmen oder einfach zum Nichtstun – eine Kunst, die auf dieser Cruise erstaunlich schnell gelernt wird.

Coco de Mer im Valle de Mai auf Praslin © Irene Stelzmüller

Im geheimnisvollen Tal der Kokosriesen

Ganz anders präsentiert sich Praslin. Hier wartet mit dem Vallée de Mai ein UNESCO-Weltnaturerbe, das fast mystisch anmutet. Gewaltige Palmen bilden ein grünes Dach über schmalen Pfaden. Dazwischen wächst die berühmte Coco de Mer, deren Samen als größte Kokosnuss der Welt gelten. Wer die geheimnisvolle Welt des Urwalds verstehen möchte, sollte unbedingt einen lokalen Guide (Masons Travel: https://masonstravel.com) buchen. Die Experten erklären Zusammenhänge, die in keinem Reiseführer stehen. Sechs endemische Palmenarten wachsen hier; und mit viel Glück kann man nicht nur die Rufe des Schwarzen Papagei hören, sondern ihn auch sehen!

La Digue erkundet man per Leih-Fahrrad. © Irene Stelzmüller

La Digue, wo Fahrräder wichtiger sind als Autos

Vor 24 Jahren, als wir das erste Mal auf La Digue waren, prägten noch Ochsenkarren das Straßenbild – inzwischen sind Fahrräder das wichtigste Verkehrsmittel (es gibt sogar ein paar Autos), das man sich für etwa 200 Seychellen-Rupien pro Tag leihen kann. Vorbei an Vanilleplantagn, einer alten Kopra-Mühle, einem verfallenden Friedhof und traditionellen Werkstätten führt der Weg zur berühmten Anse Source d’Argent.

Robinson-Crusoe-Drehort. Eine kleine Strandbar an der Anse d‘Argent erinnert an die Filmaufnahmen von 1988. © Irene Stelzmüller

Die gewaltigen Granitfelsen wirken wie eine Filmkulisse – tatsächlich wurden hier Szenen des Abenteuerfilms Robinson Crusoe mit Aidan Quinn gedreht. Eine kleine Strandbar erinnert noch an den Drehort.

Als die Sea Bird nach acht Tagen wieder im Hafen von Victoria anlegt, bleibt nicht das Gefühl einer gewöhnlichen Kreuzfahrt zurück, sondern eher das einer kleinen Expedition durch ein einzigartiges Inselreich.