Der 4. Oktober dürfte Zverev allerdings gleich doppelt geärgert haben. Erst unterlag der 29-Jährige im Viertelfinale von Peking Novak Djokovic, wenige Stunden später war auch im Doppel mit Kumpel Marcelo Melo Schluss. Viel bitterer wiegt allerdings die verpasste Chance auf die Tennis-Krone.
Auch interessant
Dabei hätte Zverev den ganz großen Coup schon nach den Turnieren in Peking und Shanghai perfekt machen können. Nach der Niederlage gegen Djokovic ist dieses Szenario jedoch vom Tisch. Aber immerhin: In Shanghai (7. bis 18. Oktober) kann der Deutsche den Rückstand auf Sinner noch kräftig zusammenschmelzen lassen.
Und dann wird Wien zum möglichen Endspiel um die Nummer eins! Beide hatten im Vorjahr in Shanghai früh gepatzt und jeweils nur 50 Punkte gesammelt. Sinner kann diese Zähler diesmal wegen seiner verletzungsbedingten Absage nicht verteidigen. Holt Zverev in Shanghai den Titel, würde er 1000 Punkte gutmachen und den Rückstand auf nur noch 280 Zähler drücken. Dann hätte er es in Wien selbst in der Hand: Gewinnt Zverev die Erste Bank Open, wäre er erstmals die Nummer eins der Welt.
Sinner muss deutlich mehr Punkte verteidigen
Das pikante Detail: Im vergangenen Jahr standen sich Zverev und Sinner bereits im Wiener Finale gegenüber – mit dem besseren Ende für den Italiener. Nun könnte es erneut zum Showdown kommen. Nur ist diesmal deutlich mehr als ein Titel zu gewinnen.
Denn Sinner schleppt einen gewaltigen Punkte-Rucksack mit sich. Nach seinem Wien-Triumph 2025 holte er anschließend auch in Paris und bei den ATP Finals den Titel. Insgesamt muss der Südtiroler bei diesen drei Turnieren 3000 Punkte verteidigen. Zverev hat im gleichen Zeitraum lediglich 930 Zähler zu verteidigen.
Noch spannender wird die Rechnung durch das Race: Dort liegt Zverev bereits 800 Punkte vor Sinner. Allerdings ist völlig offen, wann der Italiener nach seinen anhaltenden Knieproblemen wieder ins Turniergeschehen eingreifen kann.
Sinner-Teilnahme in Wien noch fraglich
Und genau hier beginnt das große Fragezeichen vor Wien: Spielt Sinner überhaupt bei den Erste Bank Open ab 24. Oktober? Zuletzt häuften sich in Italien die Berichte, wonach der fünffache Grand-Slam-Sieger wegen seiner Knieprobleme auf das Six Kings Slam (21. bis 24. Oktober) verzichten könnte. Sollte die Reha nicht anschlagen, könnte sogar eine Operation und damit ein vorzeitiges Saisonende drohen.
Für Zverev ist die Rechnung damit simpel: Shanghai kann die Tür öffnen – Wien könnte sie endgültig zur Nummer eins führen.