Powerwalk & Talk

Silvia Schneiders Schuhgeheimnis: "Pervers!"

© Marcel Gonzalez/ Humanic
Gestärkt, weiser und selbstbewusster aus dem bisherigen Leben und vergangenen Entscheidungen herauszutreten – diesem Credo hat sich nun TV-Star Silvia Schneider 
verschrieben. Das Interview über ihre neue Schuhkollektion und alte Muster, die es aufzubrechen gilt.
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Ein Zeichen für selbstbewusste Weiblichkeit setzt Silvia Schneider in diesem Herbst in Form von Schuhen. Unter dem Motto "Female Empowerwalk" präsentierte die 44-jährige Powerlady und Multitaskerin („Silvia kocht“ & Co.) nun ihre neuen Kreationen für Humanic. Was die Heels und Stiefel damit zu tun haben, Vergangenes hinter sich zu lassen und neue Wege zu gehen, verrät Schneider im großen MADONNA-Interview.

Die TV-Beauty über den Mut, völlig neue Wege zu gehen

Was steckt hinter "Female Empowerwalk" – und was bedeutet der Begriff für Sie ganz persönlich?

Silvia Schneider: Für mich bedeutet "Female Empowerwalk", aus vergangenen Entscheidungen, genommenen Weggabelungen und all den Dingen, die man erlebt hat, herauszutreten – und ganz bewusst im Hier und Jetzt anzukommen. Gestärkt, weiser und selbstbewusster. Nicht trotz dessen, was hinter einem liegt, sondern vielleicht sogar ein Stück weit gerade deswegen.

Inwiefern spiegelt dieses Motto Ihre eigene Geschichte wider?

Schneider: Ich glaube, es spiegelt die Geschichte von sehr vielen von uns wider. Niemandem bleiben Schicksalsschläge, schwierige Situationen oder Hindernisse erspart. Entscheidend ist, was sie mit uns machen – ob wir geschwächt oder gestärkt daraus hervorgehen. Ob wir uns brechen lassen, aufgeben oder irgendwann wieder all unseren Mut zusammennehmen, nach vorne schauen und weitergehen. Man ist dann nicht die gleiche, aber man geht weiter.

Die neue "Female Empower-Walk"-Kollektion ist jetzt bei Humanic erhältlich. © Marcel Gonzalez/ Humanic
“Ich habe eine gewisse natürliche Naivität, gepaart mit einem ziemlich großen Gottvertrauen.”

Silvia Schneider

In welchen Momenten in Ihrem Leben haben Sie ganz bewusst entschieden: Jetzt gehe ich meinen eigenen Weg?

Schneider: Das ist schon sehr oft passiert. Die Kochlehre 2023 ist bestimmt das aktuellste Beispiel. Aber davor war es vielleicht die Entscheidung, neben der Moderation auch Mode zu machen. Neben der Mode Filme zu drehen. Produzentin zu sein. Unternehmerin zu werden. Ich glaube, mein Weg bestand eigentlich immer aus vielen kleinen Abzweigungen – und aus der Neugier, herauszufinden, wohin sie führen.

Wer oder was hat Ihnen Kraft dafür gegeben?

Schneider: Ich glaube, mir hat niemand diese Kraft gegeben. Ich habe eine gewisse natürliche Naivität, gepaart mit einem ziemlich großen Gottvertrauen. Meistens mache ich einfach. Erst im Nachhinein schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen und frage mich, wie ich mich das eigentlich trauen konnte – und ob ich dabei vielleicht von allen guten Geistern verlassen war. (lacht)

"Man wächst, man reift, man erkennt Unrecht schneller..."

Powerlady Silvia Schneider zeigt ihre neue Schuhkollektion. © Marcel Gonzalez/ Humanic
“Wenn etwas danebenläuft, spreche ich es an. Sofort. Mich kritisiert schließlich auch Gott und die Welt.”

Silvia Schneider

Sie wirken immer sehr selbstbewusst und wissen offenbar genau, was Sie wollen. Wann ist das vielleicht gar nicht so – und wie gehen Sie mit Unsicherheiten um?

Schneider: Öfter, als man denkt. Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Unsicherheiten begleiten uns alle, genauso wie Schmerz, Verlust und Trauer. Ich habe kein Rezept dagegen – ich glaube, das hat niemand. Menschen sind unterschiedlich, haben unterschiedliche Kräfte, unterschiedliche Ausdauer und unterschiedliche Wege, mit Dingen fertigzuwerden. Man darf nur versuchen, sich nicht aufzugeben – irgendwie, auch wenn es manchmal verdammt schwer ist. Ich höre sehr gerne Podcasts über interessante, außergewöhnliche Frauen der Geschichte. Das unterhält mich, lenkt mich ab und bringt mich auf neue Gedanken. Vor allem fasziniert mich, wie andere Frauen aus teilweise unglaublich schwierigen Situationen wieder herausgefunden haben. Zuletzt hat mich die Lebensgeschichte von Lola Montez sehr zum Lachen gebracht. Marie Curie, Katharina die Große, Hedy Lamarr … es gibt so viele Frauen mit außergewöhnlichen Biografien. Und aus jeder dieser Geschichten kann man etwas mitnehmen: Inspiration, manchmal Trost und fast immer ein kleines neues Stück, das einem selbst beim Weitergehen hilft.

Welche Rolle spielen Erfahrung und Alter in dem Prozess, ganz für sich einzustehen?

Schneider: Eine sehr große Rolle. Man wächst, man reift, man erkennt Unrecht schneller – und irgendwann traut man sich auch, dagegen aufzustehen. Man macht den Mund auf und sagt, wenn etwas nicht passt. Da bin ich mittlerweile ziemlich radikal: Wenn etwas danebenläuft, spreche ich es an. Sofort. Denn wenn man es nicht tut, trägt man es mit sich herum. Mich kritisiert schließlich auch Gott und die Welt. Da darf ich mir durchaus dasselbe Recht herausnehmen und den Mund aufmachen, wenn jemand Mist baut. (lacht)

Wann fühlen Sie sich persönlich am stärksten – und wann erlauben Sie sich, auch einmal schwach zu sein?

Schneider: Beim Boxen! Das ist seit 2021 mein Hobby und dabei fühle ich mich tatsächlich unglaublich stark. Und schwach sein? Wann immer es nötig ist – und ich nicht gerade arbeiten muss. Schwäche gehört genauso zum Leben wie Stärke, aber sie gehört nicht auf eine Bühne.

Die Lackpumps aus ihrer Kollektion sind Schneiders Lieblingsschuhe. © Marcel Gonzalez/ Humanic

Silvias Stilgeheimnis & Lieblingsschuhe

Was hat Sie in den vergangenen Jahren als Frau am meisten geprägt?

Schneider: Die Erfahrungen, die ich als erwachsene Frau machen durfte – the good, the bad and the ugly. Sie waren alle enorm wichtig. Nicht alle waren schön, manche ganz und gar nicht. Aber wichtig waren sie trotzdem. Am Ende sind es gerade die unbequemen Kapitel, die einen am meisten prägen.

Was sehen Sie heute viel gelassener als noch vor zehn Jahren?

Schneider: Warteschlangen. (lacht)

Ihr Stil hat sich im Laufe der Jahre verändert. Sind Sie modisch mutiger geworden?

Schneider: Mutiger vielleicht – aber auch klarer, reduzierter und gleichzeitig zugespitzter. Nicht immer unverspielt, aber ich überlege mir zu meinen Outfits oft eine Geschichte, gerade bei größeren Events. Für mich sagt jedes Outfit etwas aus – egal, ob ich ein Interview gebe, moderiere oder vor der Kamera stehe. Kleidung ist für mich nie nur Dekoration. Sie hat immer einen Hintergedanken.

“Die Kurzhaarfrisur für die "Female Empowerwalk"-Kampagne war ein lang gehegter Wunsch...”

Silvia Schneider

Gibt es etwas, das Sie in Sachen Styling gerne einmal wagen würden – und was hindert Sie daran?

Schneider: Na ja, wenn ich auf etwas wirklich Lust habe, dann mache ich es auch. Mich hindert eigentlich nichts daran. Die Kurzhaarfrisur für die "Female Empowerwalk"-Kampagne war ein lang gehegter Wunsch, dem ich mich hingegeben habe. Allerdings nur mit einer Perücke.

Gibt es einen Modetrend, den Sie rückblickend lieber ausgelassen hätten?

Schneider: Auf gar keinen Fall! Auch modische Irrwege gehören schließlich zur Reise. (lacht)

Was möchten Sie Frauen mit dieser Kollektion mitgeben?

Schneider: Diese besondere Stärke im Alltag. Frauen dürfen sich über tausend Dinge Gedanken machen, Probleme lösen, Alltagsheldinnen und nächtliche Superstars sein – aber über ihre Schuhe müssen sie sich keine Gedanken mehr machen. Die funktionieren einfach für sie. Zeitlos, elegant und immer schick.

“Schuhe verraten doch recht schnell, wie sicher jemand im Leben steht...”

Silvia Schneider

Was verraten Schuhe Ihrer Meinung nach über die Persönlichkeit einer Frau?

Schneider: Doch recht viel. Sie zeigen ziemlich schnell, wie sicher jemand im Leben steht. Wobei es am Ende vielleicht gar nicht die Schuhe selbst sind, die alles verraten – es ist der Gang. Der verrät wirklich alles über dich.

Hooker Heels & forderndes Auftreten

Wie viele Paar Schuhe besitzen Sie und von welchen würden Sie sich niemals trennen?

Schneider: Bitte nicht um die Anzahl fragen. Es ist pervers. (lacht) Es gibt tatsächlich ein Paar, von dem ich mich niemals trennen würde. Mein Stylist nennt sie liebevoll "The Hooker Heels". Mehr Beschreibung braucht es eigentlich nicht. Sie haben mich durch unzählige Moderationen und Veranstaltungen in langen Kleidern getragen, weil sie einfach eine enorme Höhe haben. Sie haben also durchaus etwas erlebt mit mir.

Was macht Sie im Alltag so richtig glücklich?

Schneider: Meine Arbeit und meine Familie. Beides auf ganz unterschiedliche Weise – aber beides sehr.

Welche Eigenschaften machen einen Menschen für Sie besonders attraktiv?

Schneider: Enorme Intelligenz und ein forsches, forderndes Auftreten. Ich mag Menschen, die mir etwas entgegensetzen können und etwas unverblümt von mir verlangen.