Trotz eines zweimaligen Satzrückstands und eines Sturzes gewann der italienische Weltranglisten-Erste am Montag 4:6,6:3,6:7(6),6:2,6:3 gegen den Serben Miomir Kecmanovic. Der als Nummer drei gesetzte Kanadier Felix Auger-Aliassime kam sicher in drei Sätzen weiter, auch die topgesetzte Aryna Sabalenka blieb ungefährdet.
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Ausgeschieden sind mit dem Norweger Casper Ruud, dem Russen Andrej Rublew nach einem knapp vierstündigen Marathon gegen Landsmann Roman Safiullin (6:7 im fünften) und dem Italiener Luciano Darderi bereits die Nummern 11, 12 und 14 des Turniers.
Für Sinner war Runde eins kein Spaziergang. Zwischenzeitlich drohte dem Titelverteidiger nach dem Scheitern in Paris auch beim Londoner Rasenklassiker ein frühes Aus. Bei den French Open war Sinner bei großer Hitze körperlich eingebrochen und nach einer 2:0-Satzführung und einem 5:1 im dritten Satz in der zweiten Runde gescheitert. Bei deutlich angenehmeren Temperaturen in London hatte Sinner gegen einen gut aufspielenden Kecmanovic erhebliche Probleme. Im Tiebreak des dritten Durchgangs wehrte Kecmanovic einen Satzball spektakulär ab und brachte Sinner mit dem zweiten Satzgewinn in Bedrängnis. Die fehlende Matchpraxis war dem Italiener anzumerken. Ohne ein Vorbereitungsturnier auf Rasen war der Südtiroler gereist.
Sinner: "Glücklich, dass ich es gedreht habe"
Vor den Augen des englischen Fußballstars David Beckham sorgte Sinner schon zuvor für einen Schreckmoment. Beim 2:2 im dritten Satz rutschte der Vorjahreschampion auf dem Rasen aus, fiel auf die Knie und hielt sich anschließend die Hüfte. Doch der 24-Jährige konnte weiterspielen und verzichtete auch auf eine Behandlungspause. "Ich bin sehr glücklich, dass ich es gedreht habe. Der dritte Satz war schwer zu verdauen", sagte Sinner im Siegerinterview. Er sei zu Beginn ein bisschen angespannt gewesen. An seinem Schuh hatte sich ein roter Fleck gebildet, der wie Blut aussah. "Nein, nein, mir geht es gut", beschwichtigte er. Es sehe schlimmer aus, als es ist, sagte Sinner. Sein nächster Gegner ist nun Nuno Borges aus Portugal.
Für Paris-Sensationsfinalistin Maja Chwalinska verlief ein Sturz weniger glimpflich und sie erlebte nach ihrem Märchen bei den French Open ein London-Drama: 6:2,5:2 führte die auf WTA-Rang 21 gekletterte Polin. Dann rutschte sie beim Matchball aus und unterlag sichtlich gehandicapt der Thailänderin Mananchaya Sawangkaew noch 6:2,5:7,2:6. Gar nicht erst antreten können zwei britische Hoffnungen: Der frühere Weltranglisten-Vierte und Ex-Wien-Sieger Jack Draper musste vor dem Schlager gegen Taylor Fritz wegen einer wieder aufgeflammten Armverletzung rausziehen. Schon zuvor hatte Ex-US-Open-Siegerin Emma Raducanu für ihr Heim-Major passen müssen.