Großer Plan

So kauft China-Milliardär  Mediamarkt: Die Übernahme

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China-Gigant JD.com übernimmt die Mediamarkt-Mutter in einem 2,2-Milliarden-Euro-Deal. Der Käufer und JD.com-Boss Richard Liu ist einer der reichsten Chinesen. Das plant der neue Boss.
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Richard Liu ist 
einer der reichsten Chinesen – und einer der reichsten Menschen der Welt. Forbes schätzt sein Vermögen auf 6 Milliarden Dollar. Er lenkt den noch viel wertvolleren chinesischen Online-Riesen JD.com und mischt jetzt auch in Österreich und Europa mit.

Die EU-Kommission hat die geplante Übernahme von Europas größtem Elektronikfachhändler MediaMarktSaturn durch Lius E-Commerce-Riesen JD.com mit Bedingungen genehmigt.

Das Angebot des chinesischen Onlinehändlers bewertet die deutsche Mediamarkt-Mutter Ceconomy mit rund 2,2 Milliarden Euro. Rund 1.000 Filialen gibt es in Europa, 56 in Österreich.

Die Brüsseler Behörde hatte festgestellt, dass JD.com von China Subventionen in Form von Vorzugsfinanzierungen, Steuervergünstigungen und Zuschüssen bekommen hatte. Jetzt gibt es den Deal, dass sämtliche konzerninternen Transaktionen zwischen JD.com und Ceconomy zu marktüblichen Bedingungen erfolgen müssen. Das soll eine Quersubventionierung verhindern.

JD.com hat 570.000 Beschäftigte, Chinas größtes Privatunternehmen

JD.COM-Boss Richard Liu kauft Mediamarkt © CC BY 3.0, World Economic Forum

Hinter JD.com steht ein chinesischer Konzern mit gewaltigen Dimensionen. 570.000 Beschäftigte, ein Jahresumsatz von rund 160 Milliarden Dollar: JD.com ist das umsatzstärkste Privatunternehmen Chinas – und übertrifft Ceconomy beim Erlös um mehr als das Sechsfache. Über 580 Millionen aktive Kunden bestellen jährlich auf der Plattform.

Seit 2022 ist JD.com in Europa bereits mit der Marke Ochama und Logistikzentren in den Niederlanden, Polen und Frankreich aktiv.

Wer ist der Mann hinter JD.com?

JD.com-Boss Richard Liu ist einer der reichsten Chinesen. Geboren in der ostchinesischen Provinz Jiangsu unter dem bürgerlichen Namen Liu Qiangdong, absolvierte er ein Soziologiestudium an der renommierten Chinesischen Volksuniversität in Peking, die für ihre engen Kontakte zur politischen Führungselite geschätzt wird.

“Diese Welle des grenzüberschreitenden E-Commerce-Modells kann nur billige Waren verkaufen, und billige Waren schaden dem Ruf unseres Landes erheblich”

Richard Liu

Im Jahr 1998 startete er sein Unternehmen Jingdong im Pekinger Technologiezentrum Zhongguancun. Der Fokus lag damals auf dem Vertrieb von elektronischen Artikeln. Ausschließlich zertifizierte Originalware statt der damals allgegenwärtigen Billigkopien gab es bei ihm. Er will vor Ort sein. Auch in Europa. Jetzt ist sein Coup geglückt.

MediaMarktSaturn ist Europas größter Elektronikfachhändler und nach Amazon, Otto und Zalando viertgrößter Onlineshop in Deutschland. Das Handelsunternehmen Ceconomy, zu dem die MediaMarktSaturn Retail Group heute zählt, entstand 2017 als Abspaltung von Metro.

Übernahme

JD.com habe sich verbindlich dazu verpflichtet, die für Mitarbeitende, Marken und Märkte besonders wichtigen Grundlagen zu schützen.

Mediamarkt-Mutter steigerte Gewinn: Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr machte das Handelsunternehmen Ceconomy nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 24 Milliarden Euro.

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg nach Unternehmensangaben um 27 Prozent auf 515 Millionen Euro. Weltweit beschäftigte der Konzern im Jahr 2024 rund 50.000 Menschen, davon rund 25.000 in Deutschland und Österreich.

Epidemie ließ sein Imperium groß werden

Die Namensgebung von JD.com geht auf persönliche Wurzeln zurück: Der Begriff setzt sich aus der Silbe "Jing" seiner damaligen Lebensgefährtin Gong Xiaojing und dem "Dong" seines eigenen Vornamens zusammen. Aus seiner ersten Ehe hat Liu einen Sohn. Der entscheidende Wendepunkt seiner Laufbahn folgte im Jahr 2003: Als die Sars-Epidemie Kunden und Mitarbeiter zum Verbleib im privaten Raum zwang, schwenkte das Geschäft auf den digitalen Handel um. Im Jahr 2004 ging die erste Internetplattform online – der Grundstein für ein Imperium.

Heute gilt JD.com gemessen an den Einnahmen als das größte Privatunternehmen Chinas. Der Jahresumsatz erreicht rund 160 Milliarden US-Dollar. Das Sechsfache der bisherigen Mediamarkt-Muttergesellschaft Ceconomy.

Der Vorstoß nach Europa ist für Liu die Möglichkeit zur Diversifizierung.

Mit den 1.000 Filialen von Mediamarkt gelingt nun der massive Einstieg in den stationären Handel. 56 davon sind in Österreich.