Kongresswahlen

So reagierte die US-Börse auf die Trump-Niederlage

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Der Goldpreis ist mit einer Schwäche des Dollar nach den US-Zwischenwahlen kräftig gestiegen.
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Nach der Niederlage der Republikanischen Partei von Präsident Donald Trump bei den Midterms geriet der Dollar zu allen anderen Währungen unter Druck. Am Mittwoch kletterte der Euro auf fast 1,13 Dollar, der höchste Stand seit Anfang Oktober. Da Gold auf dem Weltmarkt in der Regel in Dollar gehandelt wird, macht die Kursschwäche das Edelmetall günstiger, was die Nachfrage verstärkt.

Gold über 4.000 Dollar

An der Börse in London stieg der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) des Edelmetalls über die Marke von 4.000 Dollar. Im Mittagshandel wurde Gold bei 4.045 Dollar gehandelt und damit drei Prozent höher als am Vortag. Ende der vergangenen Woche war der Goldpreis noch auf ein Jahrestief bei 3.870 Dollar gefallen. Trotz der jüngsten Gewinne ist er weit vom Rekordhoch entfernt, das zu Beginn des Jahres bei knapp 5.600 Dollar erreicht worden war.

In einer Abrechnung mit der Politik von Trump haben die US-Wähler den Demokraten die volle Kontrolle über den Kongress übertragen. Trumps Republikaner haben ihre Mehrheit nicht nur im Abgeordnetenhaus, sondern auch im Senat verloren - was vor wenigen Monaten als kaum wahrscheinlich galt.

Der Dollar steht seit den frühen Morgenstunden unter Verkaufsdruck. Die Verluste zeigen, dass die Börse vom Wahlergebnis in den USA überrascht wurde, wie Devisenexperte Volkmar Baur von der Commerzbank sagte. Er rechnet kurzfristig mit weiteren Verlusten beim Dollar.

US-Staatsanleihen geben nach

Neben der Kursschwäche des Dollar wirken auch Rückgänge bei den Renditen von Staatsanleihen auf den Goldpreis. Gold, das keine Marktzinsen abwirft, wird für Anleger attraktiver, wenn die Renditen für Staatsanleihen fallen. Niedrigere Renditen sorgen in der Regel für eine stärkere Nachfrage.

Das Wahlergebnis in den USA kann nach Einschätzung von Beobachtern die finanzpolitische Agenda von Trump einschränken - was wiederum die Möglichkeiten für Kreditaufnahmen begrenzen dürfte. Daher sind die Renditen von US-Staatsanleihen gesunken.

"Mit Blick auf die Zukunft wird ein von den Demokraten kontrollierter Kongress der Trump-Regierung die meisten legislativen Wege versperren, was den Druck bei den jährlichen Haushaltsverhandlungen erhöht und die Fähigkeit der Regierung, ihre innenpolitische Agenda umzusetzen, erheblich einschränkt", schrieb die Rating-Agentur Scope. Zwar dürfte die Finanzpolitik weitgehend unverändert bleiben mit hohen Defiziten. "Die Risiken bei der Umsetzung der Finanzpolitik werden jedoch steigen, da sich die Verhandlungen über Haushaltsmittel und die Schuldenobergrenze in die Länge ziehen."

Dow Jones mit deutlichen Gewinnen

Der Dow Jones Industrial dürfte am Mittwoch mit deutlichen Gewinnen auf den klaren Wahlsieg der Demokraten bei den Kongresswahlen reagieren. Rund eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den US-Leitindex 2,1 Prozent höher auf 52.858 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 wird 0,5 Prozent im Plus erwartet.

Bei der Parlamentswahl haben die Bürger der USA mit der Politik des republikanischen Präsidenten Donald Trump abgerechnet und den Demokraten die volle Kontrolle über die beiden Kammern des Kongresses übertragen. Die Ergebnisse waren in der Früh europäischer Zeit so eindeutig, dass auch Trump nichts anderes übrig blieb, als zu gratulieren.

In Reaktion auf die Wahlergebnisse gaben die Renditen an den Anleihenmärkten nach. Zudem fiel der US-Dollar zum Euro. Diese Entwicklungen spiegeln die Erwartung wider, dass die demokratische Mehrheit im Kongress eine weitere Ausweitung der Fiskalpolitik eindämmen wird, was die Bedenken hinsichtlich der Staatsverschuldung mindert. Es wird davon ausgegangen, dass Aktien von den niedrigeren Renditen und der Zuversicht profitieren, dass die US-Wirtschaft weiterhin robust bleibt.

"Die Machtverhältnisse verändern sich deutlich"

"Die Kombination aus einer großen demokratischen Mehrheit im Kongress und der Erklärung von Präsident Trump, er sei bereit, mit der Opposition zusammenzuarbeiten, dürfte extreme politische Entwicklungen abbremsen", sagte George Saravelos, globaler Leiter der Devisenstrategie bei der Deutschen Bank.

Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalmärkte und Strategie bei der Dekabank, schrieb: "Die Machtverhältnisse verändern sich deutlich, jedoch geordnet." Einzelne Branchen - vor allem Künstliche Intelligenz, Energie und Finanzen - könnten neue Rahmenbedingungen bekommen. So gelten die Demokraten als aufgeschlossen gegenüber Alternativen Energien, während Trump die Anbieter fossiler Rohstoffe bevorzugt. Entsprechend zogen im vorbörslichen Handel Werte aus der Solarindustrie wie First Solar und Enphase Energy deutlich an.

Musk drohen mehr Regulierungen

Derweil schauen die Anleger auch nach Texas, wo erstmals seit mehr als 30 Jahren die Demokraten die Gouverneurswahl gewonnen haben. Das birgt nun erhebliche Regulationsrisiken für das Firmenimperium von Elon Musk. Dementsprechend gerieten die Aktien des Elektroautobauers Tesla und des Weltraum- und KI-Konzerns SpaceX stark unter Druck.

Unter den weiteren Einzelwerten steht AMD im Blick. Der Halbleiterhersteller profitiert immer noch stark von der hohen Chipnachfrage im Zuge des KI-Booms. Im vorbörslichen Handel schwankten dessen Aktien stark und legten zuletzt nur noch leicht zu. Aktuell versuchen Anleger, die Auswirkungen der Wahlen auf die Technologiebranchen abzuschätzen.