Globale Folgen

So trifft "Super"-El-Niño die Welt und Europa

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Im Pazifik baut sich derzeit ein extremes El-Niño-Ereignis auf, das historische Rekordwerte erreichen könnte. Fachleute erwarten weltweite Auswirkungen auf das Klima und warnen vor extremen Wetterlagen.
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El Niño ist ein natürliches Phänomen, das alle zwei bis sieben Jahre durch eine Abschwächung der Passatwinde und eine damit große Erwärmung des östlichen Pazifiks entsteht. Nachdem die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) den Beginn der aktuellen Phase im Juni 2026 bestätigte, sprachen Experten Ende des Sommers bereits von einem beispiellosen Ereignis, das auch als "Godzilla"- oder "Super-El-Niño" bezeichnet wird.

Rekordtemperaturen gemessen

Die Meerestemperaturen brechen derzeit alle Rekorde:

  • Region Niño 3.4: Die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur stieg erstmals auf über 30 °C.
  • Temperaturabweichung: Der Index kletterte von +1,6 °C über dem Normalwert (Juni 2026) auf +2,5 °C (August) und erreichte am 5. Oktober einen Höchstwert von +3,39 °C gegenüber dem Schnitt von 1991–2020. Der bisherige Rekord aus dem Winter 2015/2016 (+2,6 °C) wurde damit weit übertroffen.
  • Ausblick: Klimaphysiker Helge Gößling (Alfred-Wegener-Institut) betont, dass solch hohe Werte seit Beginn der Aufzeichnungen nie gemessen wurden. Für Oktober bis Dezember wird eine Abweichung von ca. +3,7 °C erwartet.

"Sprengt alles" - ORF-Meteorologe warnt vor Rekordwerten

ORF-Meteorologe Marcus Wadsak teilte am Mittwoch via Facebook mit, dass die Meeresoberflächentemperaturen in der El-Niño-Region alles sprengen, was bisher gesehen wurde. Dazu postete er Grafiken aus dem Climate Reanalyzer der University of Maine, welche die Temperaturen im zentralen Pazifik veranschaulichen. Während historische Vergleichswerte durch graue und gestrichelte Linien dargestellt werden, zeigt die rote Linie für das Jahr 2026 einen rasanten Anstieg, der sich extrem stark abhebt – mehr dazu hier.

Höhepunkt und Prognose bis 2027

Ihren Namen "El Niño de Navidad" (übersetzt "Das Christkind") erhielt die Strömung einst von peruanischen Fischern, da der Höhepunkt meist um die Weihnachtszeit liegt und das wärmere Wasser den Plankton- und Fischbestand einbrechen lässt.

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Warme Pazifikregion: El Niño könnte Rekorde brechen


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WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo erklärt, dass sich der aktuelle El Niño rasch verstärkt und im Dezember seinen Höhepunkt erreichen wird. Basierend auf Daten von Ozeanbojen, Satelliten und Radiosonden aus 13 Zentren geht die WMO mit nahezu 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit davon aus, dass das Ereignis bis Februar 2027 anhält und eines der stärksten seit mindestens 1950 wird.

Weltweite Folgen für Mensch und Wirtschaft

Das Ausmaß der klimatischen Verschiebungen ist global spürbar:

  • Starkregen, Überschwemmungen & Erdrutsche: Erhöhtes Risiko an der Pazifikküste Süd- und Mittelamerikas (z. B. drohende Ernteausfälle bei Mais und Bohnen in Nicaragua), im Süden der USA, in Ostafrika und Zentralasien.
  • Dürren & Waldbrände: Erhöhte Gefahr in Australien, Teilen Südamerikas und Südostasien (z. B. Indonesien). In Kolumbien, Nordostbrasilien und Indien stehen bewässerte Kulturen unter Druck.
  • Auswirkungen auf Europa & Österreich: Das IHE Delft Institute warnt vor Engpässen bei Lebensmittelimporten. In Europa führt El Niño meist zu milderen, feuchteren Wintern; eine mögliche Abschwächung des Polarwirbels kann jedoch auch Kältewellen auslösen. Global bedingte Ernteausfälle wirken sich zudem indirekt auf die europäischen Märkte aus.

Verstärkung durch den Klimawandel

Die Erderwärmung ließ die globale Durchschnittstemperatur bereits um 1,3 bis 1,4 °C über das vorindustrielle Niveau steigen. So galt 2025 trotz des kühlenden Gegenstücks La Niña als drittwärmstes Jahr seit Aufzeichnungsbeginn.

Österreich hat 2026 den heißesten Sommer der Messgeschichte erlebt. An mehr als 100 Messstationen der Geosphere wurden neue Temperaturrekorde verzeichnet. Erstmals seit Beginn der Messungen stieg die Temperatur sogar über 41 Grad.

El Niño erhöht die globale Temperatur meist um zusätzliche 0,2 °C (ein Bruchteil der zusätzlichen Erwärmung durch den Klimawandel), da im Ozean gespeicherte Wärme an die Atmosphäre abgegeben wird. Das ist genügend, um etwa im Globalen Süden extreme Wetterlagen auszulösen, wie "Euronews" berichtet.

“"Das Meer, aus dem El Niño diese Energie schöpft, ist so warm wie nie zuvor."”

WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo

WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo hebt hervor: "El Niño bringt keine zusätzliche Wärme auf den Planeten. Es setzt Wärme frei, die der Ozean bereits unter der Oberfläche gespeichert hat [...]. Das Meer, aus dem El Niño diese Energie schöpft, ist so warm wie nie zuvor."

Studien zeigen, dass El-Niño-Ereignisse durch den Klimawandel heutzutage rund 36 Prozent stärkere Intensitäten aufweisen als in der vorindustriellen Ära.