Millionencoup

So will die Polizei die MAK-Räuber noch aufspüren

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Der Blitzcoup im Wiener Museum für angewandte Kunst (MAK), bei dem vergangene Woche ein millionenschweres Diamantencollier entwendet worden war, ist für die österreichische Polizei "wohl der größte und spektakulärste Kunstdiebstahl seit dem Saliera-Fall 2003".
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Das erklärte Anita Gach, Leiterin der Kulturgutfahndung im Bundeskriminalamt, gegenüber der APA. "Wenn ein Museum während der Öffnungszeiten betroffen ist, dann ist das schon eine andere Dimension", sagte Gach.

Die Kunsthistorikerin und ihr Team durchforsten täglich unter anderem Online-Kataloge von Auktionshäusern, einschlägige Shops, Kunstportale im Netz sowie Datenbanken von Interpol und Europol nach gestohlenem Kulturgut. Auch Überprüfungen vor Ort im Rahmen von Hausdurchsuchungen zusammen mit Ermittlern gehören zum Aufgabengebiet. Auf KI-Tools verzichten die Kulturgutfahnder dabei weitgehend. "Da ist halt das menschliche Auge noch immer um einen Tick besser", meinte Gach. "Da muss man halt schon sehr aufpassen, dass keine falschen Infos herauskommen", sagte sie über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Fahndung. Ein "visuelles Gespür" sei darum für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kulturgutfahndung unerlässlich.

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Statuen kehrten nach 56 Jahren nach Italien zurück

Nach jedem Diebstahl sowie Raub von Kulturgegenständen in Österreich veröffentlicht die Polizei Fotos im Netz. "Das Ziel ist natürlich schon, möglichst viele zu erreichen und Informationen zu verbreiten", sagte die Expertin. Bei Fällen wie dem Diebstahl des goldenen Salzfasses des Künstlers Benvenuto Cellini vor mehr als 23 Jahren aus dem Wiener Kunsthistorischen Museum (KHM) oder der Entwendung des Colliers im MAK sei die Verbreitung jedoch ohnehin keine Schwierigkeit. Die Landespolizeidirektion ermittelt derzeit wegen räuberischen Diebstahls im Fall des Blitzcoups. Ein mit Hammer und einer Pistole ausgestattetes Männerduo hatte das 1939 vom Pariser Luxusjuwelier Van Cleef & Arpels im Art-déco-Stil gefertigte Diamantencollier vergangenen Donnerstag binnen weniger Minuten während der "Glanzstücke"-Ausstellung in dem Museum geraubt.

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Etwa jeden dritten Tag trudelt derzeit ein Fall für die Kulturgutfahndung ein. 2025 registrierte die Polizei laut Kriminalstatistik 105 Anzeigen von Kunst- oder Kulturgutdiebstählen in Österreich. Die Zahlen seien dabei über die Jahre hinweg nahezu gleich geblieben, im langfristigen Trend jedoch leicht rückläufig. Anfang der 2000er-Jahre seien häufig Statuen aus Kirchen gestohlen worden. "Das kommt mittlerweile nicht mehr so häufig vor." Die Aufklärungsquote liegt laut Gach bei rund 20 Prozent. Oft vergehen zwischen einem Diebstahl und einer Rückgabe jedoch Jahre.

Selbstverständlich gebe es auch internationale Zusammenarbeit. Erst vergangenes Jahr sei es nach Ermittlungen des Landeskriminalamts Tirol und der Staatsanwaltschaft Innsbruck gelungen, zwei Statuen aus einer Kirche in einem italienischen Dorf 56 Jahre nach ihrem Diebstahl zurückzubringen. Eine 2024 in Österreich gestohlene Zeichnung von Egon Schiele wartet hingegen noch auf Rückgabe an ihren Besitzer - zusammen mit zahlreichen anderen Kunstgegenständen.