Zuckerbrot und Peitsche

So will Trump Putin zu Ukraine-Deal bringen

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Im Ringen um ein Ende des Ukraine-Kriegs zeichnet sich bei Donald Trump offenbar eine Doppelstrategie gegenüber Moskau ab.
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Die US-Regierung erwägt demnach, Russland bereits vor einem Ende der Kämpfe wirtschaftliche Vereinbarungen anzubieten. Ziel soll sein, den Kreml zu weiteren Verhandlungen und möglichen Zugeständnissen zu bewegen. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen.

Damit würde Washington seine bisherige Linie teilweise verändern. Wirtschaftliche Beziehungen sollten bislang vor allem nach einer Friedensvereinbarung wieder aufgenommen werden. Nun wird offenbar darüber nachgedacht, Moskau schon während laufender Verhandlungen konkrete Perspektiven für eine spätere Zusammenarbeit zu eröffnen. Ein US-Vertreter erklärte laut dem Bericht, solche Vereinbarungen könnten zeigen, dass Washington einen Neustart der Beziehungen ernst meine.

Milliarden als Anreiz

Im Mittelpunkt stehen mögliche Geschäfte in Bereichen, die für Russland wirtschaftlich attraktiv wären. Konkrete Verträge oder Summen sind allerdings bislang nicht bekannt. Es handelt sich nach den vorliegenden Berichten um Überlegungen der US-Regierung, nicht um bereits abgeschlossene Vereinbarungen.

Eine zentrale Rolle bei den Gesprächen spielen Trumps Sondergesandter Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner. Beide trafen Putin Anfang September in Moskau zu mehrstündigen Gesprächen. Anschließend reisten sie nach Kiew, wo sie mit Präsident Wolodymyr Selenskyj über mögliche Schritte zu einem Ende des Krieges sprachen.

Bei den Gesprächen geht es damit nicht nur um einen möglichen Waffenstillstand, sondern auch um die Frage, wie die Beziehungen zwischen Washington und Moskau nach dem Krieg aussehen könnten. Wirtschaftliche Anreize könnten dabei als Verhandlungsmittel dienen.

Gleichzeitig verschärft Washington den Druck

Bemerkenswert ist, dass Trump parallel eine deutliche Verschärfung des wirtschaftlichen Drucks auf Russland beschlossen hat. Am 18. September unterzeichnete der US-Präsident das "Lindsey O. Graham Sanctioning Russia and Iran Act of 2026". Das Gesetz erweitert die gesetzlichen Möglichkeiten für Sanktionen und Zölle gegen Russland.

Unter anderem kann Washington damit hohe Zölle gegen wichtige Abnehmer russischer Energie verhängen. Vorgesehen sind Zölle von bis zu 100 Prozent auf Waren aus den größten Importländern russischen Öls und Gases sowie aus Staaten, die Russland bei der Umgehung von Sanktionen unterstützen. Besonders betroffen sein könnten damit Länder wie China und Indien.

Damit setzt Trump gleichzeitig auf Druck und mögliche wirtschaftliche Vorteile: Russland soll einerseits durch Sanktionen und deren Folgen zu Bewegung gebracht werden, andererseits könnte Moskau bei Fortschritten in Richtung Frieden auf eine Lockerung oder wirtschaftliche Normalisierung hoffen.

Kreml warnt vor neuen Sanktionen

In Moskau wird die amerikanische Doppelstrategie aufmerksam verfolgt. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte bereits vor der Unterzeichnung des neuen Sanktionsgesetzes erklärt, weitere Strafmaßnahmen würden die Bemühungen um eine Friedenslösung erschweren.

Gleichzeitig zeigt sich der Kreml bei einzelnen Trump-Initiativen grundsätzlich gesprächsbereit. So begrüßte Moskau zuletzt den Vorschlag für eine gegenseitige Pause bei Angriffen auf Energieanlagen. Russland verband dies allerdings mit weiteren Forderungen, darunter nach einer Aufhebung internationaler Sanktionen.

Schwierige Position für Europa

Für die europäischen Verbündeten der USA könnte der Kurswechsel kompliziert werden. Einerseits erhöht Washington den Druck auf Russland und könnte damit versuchen, Moskau zu einem Ende des Krieges zu bewegen. Andererseits besteht die Möglichkeit, dass die USA wirtschaftliche Beziehungen zu Russland wieder aufnehmen, während der Krieg noch nicht vollständig beendet ist.

Entscheidend bleibt deshalb, welche konkreten Vereinbarungen tatsächlich auf den Tisch kommen. Noch gibt es weder einen abgeschlossenen großen Wirtschaftsdeal zwischen Washington und Moskau noch eine verbindliche Friedensvereinbarung.

Die nächsten diplomatischen Schritte dürften sich deshalb darum drehen, ob sich aus den Gesprächen von Witkoff und Kushner konkrete Verhandlungen entwickeln. Kiew bereitet sich laut Reuters auf eine mögliche Wiederaufnahme trilateraler Gespräche mit Russland und den USA im Oktober vor. Als mögliche Streitpunkte gelten weiterhin insbesondere die von Russland beanspruchten Gebiete im Donbass und Sicherheitsgarantien für die Ukraine.

Trumps Ansatz lässt sich damit derzeit als Kombination aus maximalem wirtschaftlichem Druck und dem Angebot einer späteren Normalisierung beschreiben. Ob diese Mischung Moskau tatsächlich zu Zugeständnissen bewegt, ist offen. Die USA haben jedenfalls gleichzeitig neue Sanktionsinstrumente geschaffen und die Tür für wirtschaftliche Gespräche mit Russland einen Spalt weit geöffnet.