Die Bergrettung Niederösterreich/Wien hat einen intensiven Sommer hinter sich. Nach 124 im Vorjahr wurden heuer in einem vergleichbaren Zeitraum von 60 Tagen knapp 150 Einsätze verbucht - ein Plus von 16 Prozent, hieß es am Donnerstag anlässlich eines Pressetermins in Reichenau an der Rax (Bezirk Neunkirchen). Im Wanderherbst, traditionell eine der attraktivsten Phasen für Freizeitsportler, sei durchdachte Tourenplanung gefragt, wurde appelliert.
Auch interessant
"Unsere Einsatzbilder werden vielfältiger. Neben dem klassischen Alpinunfall beschäftigen uns zunehmend Wetterextreme, spezialisierte Rettungen etwa nach Mountainbike- und E-Bike-Unfällen und vor allem ein Bereich, den wir seit einigen Jahren sehr genau beobachten: Menschen geraten unverletzt in Bergnot", zog Karl Weber, Landesleiter der Bergrettung Niederösterreich/Wien, in einer Aussendung eine Sommerbilanz.
Mehr Menschen unverletzt gerettet
Bei den unverletzt geretteten Personen gab es heuer gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 eine Steigerung von 40 auf mehr als 50. "Die Ursachen reichen von Verirren und Versteigen über ungeeignete Ausrüstung und mangelnde Verpflegung bis zu konditioneller Überforderung oder einem zu späten Tourenstart", hieß es in der Aussendung. Oftmals führe eine Verkettung mehrerer kleiner Fehlentscheidungen zur Notlage.
Insbesondere im Herbst sei eine Tourenplanung unter Beachtung rasch möglicher Wetteränderungen, reduzierter Stunden mit Tageslicht und deutlich niedriger Temperaturen notwendig. Geeignete Schuhe, ausreichend Flüssigkeit und Verpflegung, wetterfeste und warme Bekleidung sowie Kopf- und Handbedeckung und eine Stirnlampe gehören deshalb laut Bergrettung zur Grundausstattung.
Einsatzrekord im Vorjahr
Angesichts generell steigender Einsatzzahlen - 2025 wurde 886 Mal ausgerückt und ein neuer Rekord verzeichnet - setzen Bergrettung, NÖ Zivilschutzverband und Notruf NÖ auf eine klare Arbeitsteilung entlang einer gemeinsamen Sicherheitskette. "Vorbereiten und informieren, Notlagen möglichst verhindern - und im Ernstfall rasch die richtigen Informationen und Einsatzkräfte zusammenführen", lautet die Schlagrichtung.