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Sonnencreme: Die meisten verwenden zu wenig - so viel brauchen Sie wirklich
Die Hitzewelle steht vor der Tür, der Sommerurlaub ist gebucht und die Sonnencreme liegt bereit. Höchste Zeit also, über eine Frage zu sprechen, die viele falsch einschätzen: Wie viel Sonnencreme braucht man eigentlich wirklich? Die Antwort dürfte die meisten überraschen, denn die allermeisten Menschen tragen deutlich weniger auf, als für den angegebenen Schutz notwendig wäre.
Warum Sonnenschutz so wichtig ist
Sonnenlicht macht gute Laune, die UV-Strahlung darin kann der Haut allerdings zusetzen. Besonders relevant sind UV-A- und UV-B-Strahlen. Während UV-B-Strahlen vor allem für Sonnenbrand verantwortlich sind und das Risiko für Hautkrebs erhöhen können, tragen UV-A-Strahlen maßgeblich zur Hautalterung bei. Sie fördern außerdem Pigmentflecken und können langfristig Hautschäden verursachen. Der beste Schutz bleibt deshalb eine Kombination aus Schatten, geeigneter Kleidung, Sonnenhut und Sonnencreme.
Das Problem: Die meisten verwenden viel zu wenig
Auf Sonnencremes findet sich ein Lichtschutzfaktor, kurz LSF. Was viele nicht wissen: Dieser Wert wird unter Laborbedingungen gemessen und zwar mit einer ganz bestimmten Menge Sonnencreme. Damit der angegebene Lichtschutzfaktor tatsächlich erreicht wird, müssen etwa 2 Milligramm Sonnencreme pro Quadratzentimeter Haut aufgetragen werden. Klingt wenig, ist in der Praxis aber überraschend viel.
Für den ganzen Körper braucht es ein Schnapsglas voll
Für einen durchschnittlichen Erwachsenen bedeutet das: Rund 30 bis 40 Milliliter Sonnencreme pro Anwendung. Das entspricht etwa drei bis vier gehäuften Esslöffeln oder ungefähr einem gefüllten Schnapsglas. Wer deutlich weniger verwendet, reduziert die Schutzwirkung erheblich. Besonders tückisch: Wer nur etwa die Hälfte der empfohlenen Menge aufträgt, verliert nicht nur die Hälfte des Schutzes. Der tatsächliche Lichtschutzfaktor kann dadurch deutlich stärker absinken.
So viel Sonnencreme gehört ins Gesicht
Auch im Gesicht wird häufig zu sparsam gecremt. Als Orientierung gilt die sogenannte Zwei-Finger-Regel: Tragen Sie einen großzügigen Streifen Sonnencreme auf Zeige- und Mittelfinger auf. Diese Menge reicht für Gesicht, Hals und Ohren. Alternativ können Sie sich an einem Teelöffel orientieren.
Selbst wer fleißig cremt, vergisst oft einige Bereiche. Besonders häufig betroffen sind:
- Ohrmuscheln
- Nacken
- Fußrücken
- Kniekehlen
- Hände
- Lippen
Nachcremen ist Pflicht
Einmal eincremen reicht leider nicht für den ganzen Tag. Sonnenschutz sollte etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne aufgetragen werden. Anschließend gilt:
- alle zwei Stunden nachcremen
- nach dem Schwimmen erneut eincremen
- nach starkem Schwitzen nachcremen
- nach dem Abtrocknen ebenfalls nachcremen
Wichtig zu wissen: Nachcremen verlängert die Schutzdauer nicht. Es hilft lediglich dabei, den ursprünglichen Schutz aufrechtzuerhalten.
Bei Sonnencreme gibt es kaum ein "zu viel"
Wenn es um Sonnenschutz geht, lautet die wichtigste Regel deshalb: Es gibt praktisch kein "zu viel", aber sehr wohl ein "zu wenig". Wer die empfohlene Menge großzügig aufträgt und regelmäßig nachcremt, hat die besten Chancen, Sonnenbrand, vorzeitige Hautalterung und langfristige Hautschäden zu vermeiden.