Abhängig von Hauttyp

Sonnencreme: Welchen Lichtschutzfaktor brauchen Sie wirklich?

LSF 50 ist nicht automatisch für jede Haut nötig, entscheidend ist vor allem Ihr Hauttyp. Wie lange sich Ihre Haut selbst vor der Sonne schützen kann und welcher Lichtschutzfaktor wirklich zu Ihnen passt. 

Sonnenschutz gehört im Sommer genauso zur Routine wie Sonnenbrille und Wasserflasche. Trotzdem wissen viele gar nicht genau, welchen Lichtschutzfaktor sie eigentlich wirklich brauchen. Denn: Nicht jede Haut reagiert gleich auf Sonne. Auf jeder Sonnencreme finden Sie eine Zahl, den sogenannten Lichtschutzfaktor, kurz LSF. Dieser gibt an, wie lange Sie theoretisch in der Sonne bleiben können, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen.

Oder einfacher erklärt: Wenn Ihre Haut ohne Schutz nach zehn Minuten rot wird, verlängert ein LSF 20 diese Zeit theoretisch auf etwa 200 Minuten. Ganz so simpel ist es in der Realität natürlich nicht, aber der LSF gibt eine gute Orientierung. 

LSF? Entscheidend ist Ihr Hauttyp

Sonnencreme: Welchen Lichtschutzfaktor brauchen Sie wirklich?
© Getty Images

Wie viel Schutz Sie brauchen, hängt vor allem von Ihrer sogenannten Eigenschutzzeit ab. Also der Zeitspanne, in der Ihre Haut sich selbst vor UV-Strahlung schützen kann. Sehr helle Haut mit Sommersprossen reagiert oft schon nach wenigen Minuten empfindlich auf Sonne. Dunklere Hauttypen haben meist etwas mehr Eigenschutz, komplett ohne Sonnencreme sollte aber niemand in die Sonne gehen. 

Hauttyp 1: Sehr helle Haut

Menschen mit rotblondem Haar, hellen Augen, sehr hellem Teint und vielen Sommersprossen gehören meist zu Hauttyp I. Die Haut bekommt praktisch immer Sonnenbrand und wird kaum bis gar nicht braun. Die Eigenschutzzeit beträgt nur etwa 3 bis 10 Minuten. 

  • Empfohlener LSF: 30 bis 50+

Gerade im Sommer oder im Urlaub sollte hier besonders konsequent eingecremt werden.

Hauttyp 2: Helle Haut

Hauttyp 2 erkennt man meist an blondem Haar, hellen Augen und heller Haut, oft ebenfalls mit Sommersprossen. Sonnenbrand tritt hier sehr schnell auf, während die Haut nur leicht bräunt. Die Eigenschutzzeit liegt bei etwa 10 bis 20 Minuten. 

  • Empfohlener LSF: 20 bis 50

Dieser Hauttyp kommt in Mitteleuropa besonders häufig vor.

Hauttyp 3: Mittlerer Teint

Menschen mit dunkelblondem bis braunem Haar und mittlerem Teint gehören meist zu Hauttyp III. Die Haut bekommt manchmal Sonnenbrand, wird dafür aber langsam und gleichmäßig braun. Die Eigenschutzzeit beträgt etwa 20 bis 30 Minuten. 

  • Empfohlener LSF: 15 bis 30

Trotz besserem Eigenschutz ist Sonnencreme auch hier unverzichtbar. 

Hauttyp 4: Dunklere Haut

Dunkelbraunes oder schwarzes Haar, dunklere Haut und dunkle Augen sind typisch für Hauttyp IV. Sonnenbrand tritt eher selten auf, die Haut wird dafür meist schnell braun. Die Eigenschutzzeit liegt ungefähr bei 30 bis 45 Minuten. 

  • Empfohlener LSF: 10 bis 20

Auch dunklere Haut sollte jedoch regelmäßig geschützt werden. 

Hauttyp V: Dunkler Teint

Menschen mit schwarzem Haar, dunkler Haut und dunklen Augen gehören häufig zu Hauttyp V. Sonnenbrand kommt selten vor und die Haut bräunt sehr schnell. Die Eigenschutzzeit beträgt etwa 45 bis 60 Minuten.

  • Empfohlener LSF: 10 bis 15

Viele unterschätzen hier den Sonnenschutz, UV-Strahlen können trotzdem langfristige Hautschäden verursachen. 

Hauttyp VI: Sehr dunkle Haut

Sehr dunkler Teint, schwarze Haare und dunkle bis schwarze Augen sind typisch für Hauttyp VI. Die Haut gilt als besonders unempfindlich gegenüber Sonne und bekommt nur sehr selten Sonnenbrand. Die Eigenschutzzeit beträgt etwa 60 bis 90 Minuten.

  • Empfohlener LSF: 10

Trotzdem gilt auch hier: Sonnenschutz schützt nicht nur vor Sonnenbrand, sondern auch vor Hautalterung und UV-Schäden. 

Wie viel Sonnencreme braucht man eigentlich?

Sonnencreme: Welchen Lichtschutzfaktor brauchen Sie wirklich?
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Die Antwort überrascht viele: Deutlich mehr als gedacht. Expert:innen empfehlen für einen Erwachsenen ungefähr drei Esslöffel Sonnencreme für den gesamten Körper. Und ja: Nachcremen ist extrem wichtig. Vor allem nach dem Schwimmen oder Schwitzen sollte regelmäßig erneut Sonnencreme aufgetragen werden. Was viele allerdings falsch verstehen: Nachcremen verlängert nicht automatisch die Zeit, die Sie in der Sonne bleiben können. Es dient vor allem dazu, den Schutz aufrechtzuerhalten. 

Sonnencreme mit chemischen Filtern sollte etwa 30 Minuten vor dem Sonnenbaden aufgetragen werden, damit sie ihre volle Wirkung entfalten kann. Mineralische Sonnencremes schützen dagegen sofort nach dem Auftragen. 

Der wichtigste Punkt bleibt trotzdem: Sonne mit Maß genießen

Egal welcher Hauttyp: Zu viel direkte Sonne ist für niemanden gesund. Deshalb gilt gerade im Sommer: Sonnencreme großzügig verwenden, regelmäßig nachcremen und zwischendurch auch mal den Schatten aufsuchen.

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