So gut wie jeder Österreicher bestellt heutzutage auch Pakete. Dass die Regierung auf diesem Weg 280 Millionen Euro einsacken will, erzürnt den Handelsverband.
Rund 280 Millionen Euro jährlich soll die umstrittene Paketabgabe dem Bund und den Ländern bringen. Der Gesetzesvorschlag ist zur Begutachtung noch bis 26. Mai im Parlament. Ab September soll dann eine Gebühr von 2 Euro pro Paket für Unternehmen im Versandhandel mit mehr als 100 Millionen Euro Umsatz pro Jahr fällig werden. Diese Regelung soll die Gegenfinanzierung der geplanten Umsatzsteuersenkung auf ausgewählte Nahrungsmittel, die am Mittwoch im Parlament von den Regierungsparteien beschlossen wird.
Betroffen sind auch 4.000 Austro-Händler
Die Steuer betrifft rund 4.000 österreichische Händler, davon viele kleinere Unternehmen, weil sie beim Amazon-Marktplatz verkaufen. Die Paketsteuer müssen in Österreich ab Herbst unter anderem Amazon, MediaMarkt, Niceshops, Otto, Shein, Temu und Zalando abführen. Kleine Händler, die über größere Online-Marktplätze (u.a. Amazon) ihre Waren verkaufen, sind auch von der Abgabe betroffen.
"Zahlen werden es am Ende natürlich die Konsumenten", sagt ein Geschäftsmann. "Wir müssen die Kosten weitergeben, die uns die Regierung aufbürdet." Übrigens, die 2 Euro muss man zahlen – auch wenn man das Paket wieder retour schickt.
Rainer Will: "Die Paketabgabe ist ein Eigentor schon vor der Fußball-WM"
Rainer Will, Chef des Handelsverbands, sagt gegenüber oe24: "Die Paketabgabe ist ein Eigentor schon vor der Fußball-WM."
„Anstatt wie in der Regierungsklausur angekündigt eine Maßnahme gegen Drittstaatenhändler wie Temu und Shein zu setzen, schafft man eine Inländerdiskriminierung, die am Ende auch 4.000 österreichische KMU trifft, die als Marktplatzhändler agieren. Anstatt wie im Regierungsprogramm versprochen keine neuen Steuern einzuheben, kommt eine Massensteuer durch die Hintertür. Die neue Paketsteuer verteuert den Online-Einkauf für alle Konsumentinnen und Konsumenten im Land und befeuert damit die Inflation“, klagt Will.
Er kritisiert die Regierung, die statt bei Föderalismus und Sparen im System "wieder einmal einen einfachen, aber falschen Weg" gewählt habe, indem viele österreichische Händler und am Ende "natürlich auch die Konsumenten" belastet würden. Was man sich bei den verbilligten Lebensmitteln spare, gebe man für teurere Pakete wieder aus, ist das Fazit.