Gerichtsknall um Laura Privatstiftung: Scheichs müssen auf Geld warten.
Am Montag kam es am Landesgericht in Innsbruck zum Showdown um René Benkos Laura Privatstiftung, von der 32 Gläubiger insgesamt 1,7 Milliarden Euro zurückhaben wollen. Rund eine Milliarde Euro wollen allein die Scheichs aus Abu Dhabi.
Der Knaller: Nur 32,7 Millionen Euro wurden vom Insolvenzverwalter Stefan Geiler anerkannt. Die Scheichs lässt er zappeln. Der Insolvenzverwalter berichtete in der Verhandlung von seinen Mühen, sich „einen Überblick über die sehr komplexe Unternehmensstruktur zu verschaffen“.
Die Laura Privatstiftung (benannt nach Benkos ältester Tochter) besitzt Immobilien in Deutschland (Berlin, Chemnitz, Leipzig), Italien (Gardasee), Vorarlberg (Chalet N samt Personalhaus in Lech), Steiermark (Stüblergut-Salla) und Zinshäuser und die Villa N in Innsbruck.
Scheichs zappeln
Die Stiftung soll selbst „nur“ 300 Millionen Euro haben und meldete bereits am 11. März Insolvenz an.
Denn im Jänner hatte ein internationales Schiedsgericht der Stiftung Forderungen von rund einer Milliarde Euro aufgebrummt. Die Experten des KSV1870 sagen gegenüber oe24, dass die Insolvenzverwaltung „große Beträge der Mubadala-Gruppe im Laufe des Verfahrens als berechtigt anerkennen wird“. Derzeit zappeln die Scheichs.
Kunst wird versteigert
Insolvenzverwalter Geiler will auch die Kunstsammlung versteigern lassen und 8 Millionen Euro aus Liechtenstein bekommen, die wegen eines dortigen Verfahrens gegen Benko eingefroren sind. Vor dem Crash half er laut News mit, Luxus-Immos der Laura zu versteigern. Jetzt muss er sein Handeln als Anwalt quasi selbst überprüfen.
Darum wurde noch nicht mehr anerkannt
Eine konkrete Bezifferung der Aktiva der Laura Privatstiftung ist nach Angaben der Insolvenzverwalter jedenfalls noch nicht möglich. Die wesentlichen Vermögenswerte lassen sich aber wie folgt gliedern: Einerseits bestehen Immobilienportfolios für Deutschland, Tirol, Vorarlberg, Italien und ein Immobilienportfolio für den Bereich Forstwirtschaft, andererseits gibt es ein Portfolio an Unternehmensbeteiligungen sowie Wertpapierportfolios, Bankguthaben und eine Kunstsammlung, heißt es von der Creditreform. Rund um die Laura Privatstiftung wird es jedenfalls nicht langweilig.
Ausblick
Das Verfahren wird wohl viele Jahre in Anspruch nehmen, um "eine geordnete Abwicklung im Sinne der Gläubiger gewährleisten zu können", heißt es von Gläubigerschützern. Zunächst soll die Sicherung der aktuell noch vorhandenen Vermögenswerte erfolgen, erst im nächsten Schritt werden die "Abflüsse" an Vermögen überprüft.