Karner präsentiert

Krisenvorsorge: Österreich trumpft auf mit Zivilschutz-App ZIVA

App ist ab sofort in Testphase. Die große Veröffentlichung ist für September geplant. Soll Nutzerinnen und Nutzer persönlich erreichen

Der Österreichische Zivilschutzverband (ÖZSV) hat mit 120 Organisationen aus dem ganzen Land eine Zivilschutz-App namens ZIVA entwickelt. Die Applikation befindet sich ab sofort in der Testphase und soll im September 2026 veröffentlicht werden. Sie vereint Gefahrenanalyse, personalisierte Vorsorge und Live-Warnungen und soll die Nutzerinnen und Nutzer persönlich erreichen. So sollen die Menschen in Österreich animiert werden, sich mit Krisenszenarien auseinanderzusetzen.

"Es ist eine große Verantwortung, die wir tragen", sagte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) am Montag beim Pre-Launch der App in Wien. Die Anwendung sei ein "enorm wichtiger Schritt in der Modernisierung, in der zeitgemäßen Krisenvorsorge", sagte er. Vor den Vorhang holte der Minister das große Netz an Ehrenamtlichen in Österreich. "Da sind wir Weltmeister", lobte er die Freiwilligen.

ÖVP-Politiker und ÖZSV-Präsident Andreas Hanger sieht Zivilschutz einerseits als staatliche Aufgabe, betonte am Montag aber auch die Bedeutung eines jeden Menschen. Daher war die Grundidee der App: "Wir müssen eine persönliche Betroffenheit erzeugen!" Informationen sollen in der App nicht für die Allgemeinheit verbreitet werden, sondern zugeschnitten auf Haushalte und einzelne Personen. "Die App ist europaweit einzigartig, vielleicht sogar weltweit einzigartig!", so Hanger.

Persönliche Gefahrenanalyse möglich

Als "Mastermind" des Projekts nannte Hanger ÖZSV-Geschäftsführer Josef Farda. Dieser stellte die App am Montag vor zahlreichen Vertretern aus dem Zivilwesen in Wien vor. "Die App besteht aus drei Säulen - nämlich Information, Vorsorge und Alarmierung", erklärte er. Zuerst sei eine Registrierung notwendig, dann könne man ein Benutzerkonto erstellen und seine Adresse angeben. Die eingegebenen Daten würden dann angeschlossen an offizielle Datenbanken, hieß es von Farda. So werde eine ganz persönliche Gefahrenanalyse erstellt.

Als wichtigstes Ziel nannte der Bundesgeschäftsführer des Zivilschutzverbands den Brückenschlag von der Information zur Vorsorge. Man könne seinen Haushalt in der App anpassen, alle Mitbewohner anlegen, das Alter aller eingeben, auch Haustiere und etwaige Krankheiten oder Behinderungen, die im Krisenfall eine Rolle spielen können. "Wir versuchen so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig abzufragen, um die Nutzer nicht zu überfordern", versprach Farda. Über die persönlichen Angaben könne dann ein Plan erstellt werden - für die Vorsorge, aber auch für den Krisenfall.

Als Kernbereich bezeichnete der Zivilschutz-Experte die Vorbereitung auf Krisensituationen. "Vorsorge soll greifbar und schaffbar gemacht werden", erhofft sich Farda von der App. Und wenn tatsächlich etwas passieren sollte - egal ob Hochwasser oder Blackout -, dann unterstützt ZIVA nicht nur durch Alarmierung, sondern gibt auch Anleitungen, wie man sich vor, während und nach einem Krisenfall am besten verhält.

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