Asien-Spiele

Spielt für ihr Heimatland: Tennis-Star droht Hammer-Strafe

© APA/AFP/LEONARDO MUNOZ
Alexandra Eala (21) hat sich gegen das Masters-Turnier in Peking entschieden und spielt nun für die Philippinen bei den Asienspielen in Nagoya. Dabei droht dem Tennis-Star eine Geldstrafe von der Frauentennis-Organisation WTA. Grund: Masters-Turniere sind Pflichtveranstaltungen.
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Tennis-Star Alexandra Eala steht aktuell im Mittelpunkt eines wilden Streites. Die Weltranglisten-18. müsste eigentlich beim Masters-Turnier in Peking spielen. Die Masters-Turniere gehören neben den vier Grand Slams zu den Pflichtveranstaltungen im Tenniskalender. Doch Eala hat sich gegen das Turnier in China entschieden. Sie möchte lieber für ihr Heimatland, die Philippinen, bei den Asienspielen im japanischen Nagoya spielen.

Für diese Entscheidung muss nun die Tennisspielerin wohl eine 10.000 Dollar Strafe zahlen. Laut der WTA hätte sich Eala ihrem Heimatland absagen müssen. Jedoch kommt das für die 21-Jährige nicht infrage. Sie ist nämlich die Fahnenträgerin der Philippinen und der größte Tennisstar bei den Spielen. Eala erklärt: "Ich liebe es, für die Philippinen zu spielen. Es herrscht eine richtig tolle Atmosphäre, und ich genieße es immer, mit dem Team zusammen zu sein".

Topfavoritin bei den Asienspielen

Vor den Asienspielen versuchte der philippinische Verband, eine Ausnahmegenehmigung bei der WTA zu beantragen. Diese lehnte ab. Bei Pflichtturnieren können nur Tennisspielerinnen und Tennisspieler ungestraft absagen, die nachweislich verletzt sind.

Eala kämpft bei den Asienspielen nicht nur um Medaillen, sondern auch um ein Olympia-Ticket. Die Sieger bei Männern und Frauen bekommen das Ticket für Los Angeles 2028. Sie geht als Topfavoritin ins Turnier. Die anderen asiatischen Superstars Naomi Osaka (28/Japan), Janice Tjen (24/Indonesien) und Olympiasiegerin Qinwen Zheng (23/China) haben sich dem Druck der WTA gebeugt und ihren Heimatländern abgesagt. Somit ist Eala an Nummer 1 gesetzt.

Erfolgreich mit den Philippinen

Zudem liebt sie offenbar, für ihr Land zu spielen. Bei den Asienspielen 2023 in Hangzhou (China) holte sie Bronze im Einzel und Mixed, bei den Südostasienspielen 2025 in Bangkok Gold im Einzel sowie Bronze im Mixed und Team. Beim Billie-Jean-King-Cup ist sie ungeschlagen und konnte alle ihre vier Einzelmatches für sich entscheiden.

Über die Strafe wurde schon im philippinischen Parlament diskutiert, ob die Regierung die Geldstrafe von Eala übernehmen könnte. Senator Erwin Tulfo (62) forderte in seiner Rede zur parlamentarischen Frage am 15. September die Regierung auf, Eala zu helfen, wenn sie bestraft würde.

Frühes Aus bei den US-Open

Tulfo meinte: "Wenn sie eine Geldstrafe zahlen muss, weil sie sich entschieden hat, unser Volk zu vertreten, ist es dann nicht nur gerecht, dass die Regierung ihr Hilfe und Unterstützung zukommen lässt? Verglichen mit der Ehre, eine unserer besten Athletinnen unseres Landes dabei zu haben, ist das meiner Meinung nach ein Preis, der sich lohnt. Wir sollten Alex nicht in eine Situation bringen, in der sie sich entscheiden muss. Sie hat sich entschieden, für die Philippinen und nicht für ein Profiturnier zu spielen. Sie sollte diese Last nicht allein tragen müssen."

Aktuell hat die philippinische Regierung noch keine Zusage erteilt. Eala scheiterte bei den US Open in der 3. Runde gegen das US-Talent Iva Jovic (19). Nach dem Aus besuchte die Tennisspielerin Modemessen und PR-Events.