Geheim-Aufnahme

SPÖ-Grande schimpft gegen eigene Partei

© APA/GEORG HOCHMUTH
Dass der inzwischen zurückgetretene Wiener Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck seine umstrittenen Aussagen in einer Runde getätigt hat, an der auch der Donaustädter Bezirkschef Ernst Nevrivy (SPÖ) dabei war, wurde bereits kolportiert.
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Nun hat der "Kurier" auch mutmaßliche Zitate des Vorstehers veröffentlicht. Nevrivy hat laut der Mitschrift damals unter anderem über Großprojekte und Ansiedlungen gesprochen.

Dabei soll er auch die städtische Wirtschaftsagentur kritisiert haben. Diese sei der "inkompetenteste Haufen", heißt es laut dem Bericht in dem geleakten Protokoll. Laut "Kurier" hat sich der Bezirkschef inzwischen entschuldigt. Er bedauere seine "unangemessenen Aussagen". Rechtfertigen wird er sich dafür aber wohl auch im Bezirk noch müssen. Die FPÖ kündigte an, dazu eine Sondersitzung der Donaustädter Bezirksvertretung zu beantragen.

"Habe mich zu Aussagen hinreißen lassen"

In einer der APA übermittelten Stellungnahme hob Nevrivy hervor, dass er sich "dazu habe hinreißen lassen, derartige Aussagen zu tätigen". Es habe sich um ein Treffen in privaten Rahmen gehandelt, betonte er. An den genauen Wortlaut damals könne er sich nicht mehr erinnern.

Walter Ruck ist inzwischen von seinen Funktionen zurückgetreten. Er soll bei dem gegenständlichen Treffen unter anderem über Parteifreunde hergezogen sein und auch über Postenbesetzungen geredet haben. Die Unterredung wurde offenbar aufgezeichnet und Protokolle den Medien zugespielt. Der Ex-Kammerchef hat von einer "Kampagne" gesprochen und die Aussagen nie bestätigt - sie allerdings auch nie öffentlich bestritten.