Knast

Sporrer unter hohem Druck wegen Gefängnis-Problem

© APA/GEORG HOCHMUTH
Auslastung in den Knästen bei 109,5 Prozent. Experten schlagen Alarm.
Zur Vollversion des Artikels

Seit Monaten kommt der überlastete österreichische Strafvollzug nicht aus den Schlagzeilen. Getötete Häftlinge in Garsten und Klagenfurt stehen an der Spitze des Eisbergs.

"Schwitzen statt sitzen" ausweiten

"So angespannt und kritisch wie derzeit, war die Situation noch nie", sagte der Kriminologe und Leiter der "Hirtenberg-Kommission", Wolfgang Gratz. Um die Gefängnisse zu entlasten, hat das Netzwerk Vorschläge an Ministerin Anna Sporrer (SPÖ).

In Österreich können Straftäter teils eine Haft durch gemeinnützige Arbeit zu ersetzen. Dieses "schwitzen statt sitzen" solle auch auf Freiheitsstrafen bis neun Monate ausgeweitet werden.

Durch gemeinnützige Arbeit anstatt Ersatzfreiheitsstrafe konnten "der Gesellschaft 2025 über 40.000 Hafttage erspart werden", betonte Neustart-Geschäftsführerin Dina Nachbaur. "Bei der gemeinnützigen Arbeit geben sie der Gesellschaft etwas zurück." Bei den aktuellen Gegebenheiten sei eine Haftstrafe oft nämlich nichts Anderes als "Zeit stehlen".

Dass die momentane Lage in den Gefängnissen untragbar sei, darin sind sich viele Experten einig. Derzeit liegt die Auslastung bei 109,5 Prozent.