Godzilla-El-Niño
"Sprengt alles" - ORF-Meteorologe warnt vor Rekordwerten
Wien. ORF-Meteorologe Marcus Wadsak teilte am Mittwoch via Facebook mit, dass die Meeresoberflächentemperaturen in der El-Niño-Region alles sprengen, was bisher gesehen wurde. Dazu postete er Grafiken aus dem Climate Reanalyzer der University of Maine, welche die Temperaturen im zentralen Pazifik veranschaulichen. Während historische Vergleichswerte durch graue und gestrichelte Linien dargestellt werden, zeigt die rote Linie für das Jahr 2026 einen rasanten Anstieg, der sich extrem stark abhebt. Eine Weltkarte vom 5. Oktober 2026 visualisiert zudem die globalen Oberflächentemperaturen der Ozeane mit einer Farbskala von 0 bis 35 Grad Celsius, wobei ein kleines rotes Rechteck die Niño-3.4-Region markiert.
Nie dagewesene Rekordwerte
Experten warnen vor dem extremen Wetterphänomen Godzilla-El-Niño, dessen Hitzewelle weltweit fatale Folgen haben und auch in Österreich über Umwege spürbar werden könnte. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ist sich nahezu sicher, dass ein massives Wetterphänomen bevorsteht, da die Meerestemperaturen im Pazifik bereits nie dagewesene Rekordwerte erreichen und Höchstwerte früherer Ereignisse übertroffen haben.
Extremes Wetter: Dürren, Hitze und Starkregen
Fachleute erwarten bis Februar 2027 extreme Dürren, Starkregen und drückende Hitze, wodurch das Jahr 2027 weltweit das heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen werden könnte. Ohne rasche Schutzmaßnahmen könnten diese Wetterextreme, laut Prognosen der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), weltweit bis zu 451.000 zusätzliche Todesfälle fordern.
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Planet in neuen Gewässern
Schon im 17. Jahrhundert fiel Fischern in Peru auf, dass sich das Wetter rund um Weihnachten immer wieder drastisch veränderte. Statt voller Netze gab es plötzlich sintflutartigen Regen und Ernteausfälle. Weil das Phänomen meist zur Weihnachtszeit auftrat, tauften sie es "El Niño de Navidad" – das Christkind.
Heute hat die Situation weitaus größere Dimensionen. Der scheidende UN-Generalsekretär António Guterres warnte bereits Anfang September mit den Worten: "El Niño wird vor unseren Augen auf Übergröße getrimmt." Dabei betonte er, dass sich der Planet aufheizt und in völlig unbekannten Gewässern befindet.
Auswirkungen auf Österreich
Die Auswirkungen dieser Rekord-Temperaturen sind weltweit spürbar, da in Indien der Monsunregen schwächer ausfiel und das südliche Afrika mit Dürrerisiken kämpft. In Europa und Österreich sind die direkten Wetterextreme zwar voraussichtlich weniger stark ausgeprägt, doch gestörte Lebensmittelimporte durch zerstörte Ernten treffen uns ebenfalls.
Regierungen weltweit schlagen Alarm, weshalb sich Kenia intensiv vorbereitet und Kalifornien vorsorglich den Notstand ausgerufen hat.
Menschgemachte Erwärmung
Studien belegen, dass die El-Niño-Ereignisse um gut 36 Prozent stärker ausfallen als vor der Industrialisierung, weshalb Forscher diesen Trend mit menschengemachter Erwärmung in Verbindung bringen.
Forscher Davide Faranda vom UN-Weltklimarat erklärt: "Entscheidend ist ein umsichtiges Wassermanagement und die Vorbereitung auf Veränderungen beim Zeitpunkt und Ort von Niederschlägen."
Er stellt klar, dass sich das Phänomen zwar nicht verhindern lässt, betont jedoch: "Wir können El Niño durch Klimaschutz nicht abschaffen, aber wir können begrenzen, wie stark der Klimawandel seine Folgen verschlimmert."