Statutenänderung

Bürgermeister soll von Amts wegen weiblich werden

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Im Statut von Wiener Wohnen soll die weibliche Form zum Standard werden. Die FPÖ kritisiert die geplante Sprachregelung und wirft der Stadt vor, angesichts anderer Probleme falsche Prioritäten zu setzen.
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Der Bürgermeister wird zur Bürgermeisterin, der Magistratsdirektor zur Magistratsdirektorin - zumindest auf dem Papier. Die Stadt Wien will das Statut von Wiener Wohnen ändern und dabei zahlreiche männliche Amtsbezeichnungen durch weibliche ersetzen. Bei der FPÖ kommt das gar nicht gut an.

Bürgermeisterin statt Bürgermeister

Auslöser der Kritik ist eine geplante Änderung des Statuts von Wiener Wohnen. Darin werden unter anderem die Aufgaben und Zuständigkeiten der städtischen Hausverwaltung geregelt. Künftig soll darin durchgehend von einer Bürgermeisterin, einer Magistratsdirektorin und einer Direktorin die Rede sein. Auch aus dem zuständigen amtsführenden Stadtrat wird eine Stadträtin.

Die sprachlichen Änderungen ziehen sich durch weite Teile des Statuts. Besonders deutlich wird das in Paragraf 3. Dort steht bisher, dass männliche Personenbezeichnungen für Frauen und Männer gleichermaßen gelten. Künftig soll es genau umgekehrt sein. Die weibliche Form wird zum Standard, gilt aber weiterhin für beide Geschlechter.

Stadt empfiehlt selbst andere Sprachformen

Die ausschließliche Verwendung weiblicher Personenbezeichnungen wird als "generisches Femininum" bezeichnet. Interessant ist allerdings, dass die Stadt Wien in ihrem eigenen Leitfaden für geschlechtergerechte Sprache andere Varianten empfiehlt. Dazu zählen geschlechtsneutrale Formulierungen, die ausdrückliche Ansprache aller Geschlechter und der Genderstern. Eine generelle Verwendung der weiblichen Form wird darin nicht empfohlen.

FPÖ sieht falsche Prioritätensetzung

Für Maximilian Krauss (FPÖ) hat Wien derzeit dringendere Probleme als weibliche Amtsbezeichnungen. © APA/GEORG HOCHMUTH

Für FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss ist das Vorgehen der Stadtregierung unverständlich. "Diese völlig verrückte Prioritätensetzung zeigt, wie weit sich das Rathaus von den tatsächlichen Problemen der Wiener entfernt hat. In ganz Wien gibt es weder eine Bürgermeisterin noch eine Magistratsdirektorin", hält der Freiheitliche fest. Seine Forderung: "Statt Sprachpolizei zu spielen, sollte Rot-Pink endlich die realen Probleme dieser Stadt lösen." Dabei verweist er auf die Probleme an Wiens Schulen, die Schulden der Stadt und die aktuelle Sicherheitslage.

Auch Unternehmenszweck wird neu formuliert

Bei der geplanten Überarbeitung geht es allerdings um mehr als sprachliche Änderungen. So soll auch der Zweck von Wiener Wohnen neu beschrieben werden. Bisher steht im Statut, dass die städtische Hausverwaltung Wohnungen für einkommensschwächere und wohnungsbedürftige Personen und Familien bereitstellen und schaffen soll. Künftig soll stattdessen von qualitätsvollem und leistbarem Mietwohnraum für die Wiener Bevölkerung die Rede sein. Die Vergabe soll nach sozialen Kriterien erfolgen, gleichzeitig wird eine hohe soziale Durchmischung ausdrücklich als Ziel festgeschrieben. Ob sich dadurch auch bei der tatsächlichen Wohnungsvergabe etwas ändert, geht aus dem Entwurf nicht hervor.

Entscheidung steht noch aus

Fix ist die Änderung noch nicht. Zunächst muss sich der Stadtsenat mit dem Entwurf befassen. Danach soll der Gemeinderat darüber abstimmen, voraussichtlich bereits in einer der kommenden Sitzungen. Stimmt eine Mehrheit zu, treten die neuen Bestimmungen am Tag nach der offiziellen Kundmachung in Kraft.