Hinter den Mauern der Justizanstalt Stein in Krems sitzen Täter mit Strafen von mehr als 18 Monaten bis lebenslang. Ein Dreifachmörder ist seit 46 Jahren in Haft. Doch es fehlt Personal, um alle Werkstätten und Betriebe aufzusperren.
Die Folgen kennt Anstaltsleiter Erich Huber-Günsthofer: "Es kommt vermehrt zu Konflikten der Insassen untereinander." Wer nicht arbeitet, verdient auch nichts und kann sich im Gefängnissupermarkt keine Annehmlichkeiten leisten.
Arbeit macht stabil
Beliebt ist die Anstaltsküche, die täglich 1.600 Portionen ausgibt. Gefragt ist auch die Ausbildung in der Schuhmacherei. Ausbilder Thomas Stauder: "Wir haben ungefähr 30 Bewerber, die vorher einen Test in den Bereichen Deutsch und Rechnen machen müssen." Wer besteht, lernt 18 Monate lang den Beruf.
Gleichzeitig nehmen psychische Erkrankungen zu, teils wegen Drogenkonsum. Seit Jänner 2025 ist Psychiaterin Tamara Bruckner-Stöhr Vollzeit im Haus. Viele Häftlinge kommen laut ihr einfach zum Reden: "Da wird es sehr geschätzt, wenn sich der Psychiater auch noch Zeit nimmt."
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Wunsch an die Politik
In Stein arbeiten 300 Uniformierte und 100 Zivilbedienstete, 27 Planstellen sind unbesetzt. Huber-Günsthofer fordert, dass zuerst diese Stellen besetzt werden und noch zusätzliche dazukommen. Gesucht sind Männer und Frauen, der Frauenanteil bei der Justizwache liegt bei knapp 20 Prozent.