Umfrage-Beben

Stimmung kippt: Putin plötzlich unter Druck

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Umfrage-Schock für Wladimir Putin:  Der Rückhalt für den Krieg gegen die Ukraine bröckelt.
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Eine neue Erhebung des Levada-Zentrums zeigt, dass immer weniger Menschen den Krieg als erfolgreich betrachten. Gleichzeitig belasten wirtschaftliche Probleme und ukrainische Drohnenangriffe zunehmend den Alltag.

Im Juli bezeichneten nur noch acht Prozent der Befragten die russische "militärische Spezialoperation" als "sehr erfolgreich". Demgegenüber stuften acht Prozent den Krieg als äußerst und weitere 20 Prozent als eher erfolglos ein. Auffällig ist zudem die Zahl der Unentschlossenen: 22 Prozent machten keine Angabe – so viele wie nie zuvor in den bisherigen Erhebungen.

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Auch die grundsätzliche Unterstützung für die russischen Militäraktionen geht zurück. Nur noch 34 Prozent erklärten, den Krieg uneingeschränkt zu unterstützen. 21 Prozent lehnten ihn eher oder vollständig ab – ebenfalls ein Höchstwert seit Beginn der Invasion im Februar 2022.

Der Krieg erreicht den russischen Alltag

Als einen wichtigen Grund für den Stimmungswandel nennen Experten die zunehmenden Auswirkungen des Krieges innerhalb Russlands. Ukrainische Drohnen greifen mittlerweile regelmäßig Ziele der Öl- und Logistikinfrastruktur an. Angriffe auf Anlagen des Online-Händlers Wildberries sorgten Berichten zufolge für Probleme bei Lieferungen, während Attacken auf die russische Ölindustrie zu Benzinknappheit und langen Warteschlangen an Tankstellen führten.

Hinzu kommen Inflation, Arbeitskräftemangel und die hohen Kosten des Krieges. Der russische Ökonom Sergei Guriev sagte gegenüber "Newsweek", die wirtschaftlichen Schwierigkeiten seien für Putin inzwischen "sehr schwer zu verbergen".

Wachsende Nervosität vor der Wahl

Besonders problematisch für den Kreml ist die Entwicklung mit Blick auf die anstehenden Parlamentswahl im September. Guriev zufolge versucht Putin weiterhin, der Bevölkerung zu vermitteln, dass Russland den Krieg gewinnen könne und die wirtschaftlichen Belastungen unter Kontrolle seien. Gleichzeitig wächst die Sorge vor einer erneuten Mobilisierung.

Der Politologe Abbas Galljamow sieht darin einen Widerspruch zu Putins früherem Versprechen von Stabilität und Sicherheit. Der Krieg bringe inzwischen genau jene Unsicherheit in den Alltag, vor der viele Russen eigentlich geschützt werden sollten.

Noch bedeutet die wachsende Kriegsmüdigkeit allerdings nicht, dass Putins Macht unmittelbar gefährdet ist. Der Kreml kontrolliert die Medien, oppositionelle Kräfte sind weitgehend ausgeschaltet. Doch die Umfragewerte zeigen: Der Krieg wird für immer mehr Russen nicht nur zu einer außenpolitischen Angelegenheit, sondern zu einem Problem, das ihren eigenen Alltag erreicht.