1:1 gegen Lustenau
Sturm patzt! Rapid bleibt Tabellenführer
Sturm Graz hat den vorübergehenden Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga verpasst. Der Vizemeister kam am Samstag zu Hause gegen Aufsteiger Austria Lustenau nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus. Dominik Weixelbraun brachte die Vorarlberger früh in Führung (10.), Seedy Jatta gelang aus einem Elfmeter der Ausgleich (65.). Die Grazer sind damit in der Liga zwar weiter ungeschlagen, liegen bei einem Spiel mehr aber einen Punkt hinter dem Spitzenduo Rapid und LASK.
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Torhüter Daniil Chudjakow stand Sturm nach einem Hexenschuss nicht zur Verfügung. Anstelle des Russen gab der neue Zweiergoalie Ammar Helac sein Debüt für die Grazer. Dazu tauschte Trainer Fabio Ingolitsch sein Angriffsduo: Seedy Jatta und Szymon Wlodarczyk stürmten statt Axel Kayombo und Nelson Weiper. Lustenau-Trainer Markus Mader setzte auf dieselbe Startelf wie vergangene Woche beim 2:1-Heimsieg gegen den WAC.
Erneuter Stolperstart von Sturm
Sein Team startete vor 14.512 Zuschauern in Graz-Liebenau ambitioniert. Nach einem kurz abgespielten Corner schlug Danilo Soares eine präzise Flanke auf Weixelbraun, der seinen Kopfball perfekt im langen Eck platzierte. Für den Ex-Rapidler war es der zweite Saisontreffer. Sturm kam nach wie zuletzt beim 1:0 gegen Altach holprigem Start schrittweise besser in die Partie. Jacob Peter Hödl schoss ans kurze Außennetz (27.), einen weiteren Schuss des ÖFB-Youngsters hatte Lustenau-Goalie Domenik Schierl sicher (27., 31.).
Jatta und Wlodarczyk ließen Gelegenheiten durch schlechte Ballmitnahmen liegen. Die beste Ausgleichschance vergab Wlodarczyk, indem er nach Zuspiel von Simon Seidl zu lange wartete und noch von Niklas Pertlwieser geblockt wurde (34.). Wenig später rettete Fabian Gmeiner nach einem Abschluss von Seidl vor der Linie für den bereits geschlagenen Schierl (36.).
Nach Seitenwechsel hatten die Hausherren zweimal Glück, dass die Lustenauer ihre Umschaltsituationen nicht konsequent genug abschlossen: Weixelbraun schnürte beinahe seinen Doppelpack (51.), auch Dion Kacuri kam nicht an Helac vorbei (57.). Glücklich dann auch die Entstehung des Ausgleichs: Gmeiner war im Duell mit Jatta der Ball an den Oberarm gesprungen, nach Eingreifen des Video-Assistenten (VAR) gab es Elfmeter. Jatta verzögerte lange und versenkte das Leder im rechten Eck. Der Norweger hatte zuletzt bereits gegen Altach Sturms Goldtor erzielt.
Turbulente Schlussphase
Beide Teams hatten Möglichkeiten, das Spiel zu entscheiden. Helac drehte einen Freistoß von Weixelbraun über die Latte (76.), auf der Gegenseite wurde ein Schuss des eingewechselten Gizo Mamageishvili entscheidend abgelenkt (81.). Schierl parierte einen Schuss von Hödl, ein folgender Kopfball des eingewechselten Belmin Beganovic strich knapp am Tor vorbei (90.). Tief in der Nachspielzeit sah Lustenaus Goalie dann wegen eines leichten Kopfstoßes gegen Sturm-Youngster Luca Weinhandl nach Video-Studium die Rote Karte (98.). Der eingewechselte Stürmer Lenn Jastremski musste ins Tor und faustete den letzten Eckball der Partie aus der Gefahrenzone.
Die Lustenauer beendeten damit eine lange Durststrecke in Graz. Alle neun bisherigen Pflichtspiele bei Sturm hatten sie verloren, nun gab es erstmals Zählbares. Sturm hatte davor 15 Bundesliga-Duelle in Folge mit Lustenau gewonnen. Im 22. Pflichtspiel-Vergleich gab es erst den zweiten Punktgewinn für die Vorarlberger, den ersten seit 1997. Lustenau holte den ersten Auswärtspunkt der Saison und liegt auf dem fünften Tabellenplatz. Sturm blieb saisonübergreifend das elfte Liga-Heimspiel in Folge ungeschlagen. Nächsten Sonntag wartet auf den Tabellendritten der Schlager bei Spitzenreiter Rapid.