Rache für Knast

Syrer (16) brach Cousin den Kiefer

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Weil ihn sein Cousin in einem früheren Verfahren belastet hatte, soll ein 16-jähriger Syrer aus Rache auf den Jüngeren losgegangen sein und ihm den Kiefer gebrochen haben.
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Wien. Zum bereits vierten Mal ist am Montag am Wiener Landesgericht gegen einen 16-Jährigen verhandelt worden. Zuletzt wurde der Syrer im vergangenen März wegen schweren gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahls zu 15 Monaten Haft, davon drei Monate unbedingt, verurteilt. Sein Cousin hatte ihn in diesem Verfahren belastet. Wenige Tage, nachdem er aus dem Gefängnis entlassen wurde, soll der 16-Jährige Rache für den "Verrat" geübt und dem Belastungszeugen den Unterkiefer gebrochen haben. Er wurde nicht rechtskräftig zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt.

Angeklagter: "Das ist normales Ringen"

Laut Anklage näherte sich der 16-Jährige am 19. Juni bei einem freundschaftlich angedachten Zusammentreffen in Wien-Leopoldstadt dem sitzenden 15-Jährigen und trat diesem ohne Vorwarnung mit dem rechten Fuß ins Gesicht. Als der Jugendliche nach hinten fiel, soll sich der 16-Jährige auf ihn gestürzt und ihm noch mehrere Faustschläge ins Gesicht verpasst haben. Zwei Freunde mussten ihn wegziehen, sonst wären die Gewalttätigkeiten weitergegangen, führte die Staatsanwältin eingangs der Verhandlung aus. Der 15-Jährige erlitt einen Bruch des Unterkiefers, der operiert werden musste.

"Das war übliches sportliches Ringen", hielt dem zunächst Verteidiger Ernst Schillhammer entgegen. Was der 16-Jährige im Anschluss in seinem Prozess wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung bekräftigte: "Wir machen das öfters. Das ist halt normales Ringen. Spaßraufen." Bezogen auf die inkriminierte Verletzung wisse er nicht, "wie das passiert ist. Ich war nicht bei meinen Sinnen." Er sei durch Alkohol, Tabletten und Cannabis beeinträchtigt gewesen.

Syrer bestritt Racheaktion

Racheaktion sei das keine gewesen, versicherte der Angeklagte: "Ja, er hat mich verraten. Aber wir haben uns ausgeredet." Er sei nicht böse auf seinen Cousin gewesen: "Er ist wie ein Bruder für mich." Außerdem sei die Zeit im Gefängnis nicht so schlimm gewesen: "Zwei Monate sind nix".

Der 16-Jährige hatte den unbedingten Strafteil aus seiner vorangegangenen Verurteilung nicht zur Gänze verbüßt. Nach zwei Monaten wurde er vorzeitig bedingt entlassen.