Zukunft der A23

Tangente könnte eigene Öffi-Spur bekommen

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Eine eigene Spur für E-Busse auf der Tangente könnte künftig den öffentlichen Verkehr beschleunigen. ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl bringt die Idee im oe24.TV-Interview ins Spiel.
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Die Wiener Südosttangente ist laut ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl an ihrer Belastungsgrenze angekommen. Rund 200.000 Fahrzeuge sind dort täglich unterwegs. Damit ist die A23 der am stärksten befahrene Straßenabschnitt Österreichs. Entlastung soll künftig unter anderem der Ausbau der S1 bringen. "Die Tangente ist am Ende der Kräfte angelangt", sagte Hufnagl im Interview bei Fellner! Live auf oe24.TV. Das Verkehrsaufkommen wachse stetig weiter. An einem durchschnittlichen Werktag gebe es auf der Tangente insgesamt rund fünfeinhalb Stunden Stau. Diese Situation sei auf Dauer nicht mehr zumutbar.

Außenring soll Verkehr verteilen

Eine wichtige Rolle spielt für Hufnagl der noch fehlende Abschnitt der Wiener Außenring Schnellstraße. Von rund 180 Kilometern fehlen laut dem ASFINAG-Vorstand derzeit noch 19 Kilometer. Der erste rund zehn Kilometer lange Abschnitt zwischen dem Knoten Süßenbrunn und Groß-Enzersdorf ist bereits in Umsetzung.

Die Tiefbauarbeiten sollen im kommenden Jahr beginnen, die Fertigstellung ist für 2032 vorgesehen. Dieser Abschnitt soll laut Hufnagl bereits ohne den Lobautunnel eine eigene Verkehrswirkung entfalten. Beim Tunnel selbst sind noch wasserrechtliche und naturschutzrechtliche Verfahren offen. Mit einer Entscheidung rechnet Hufnagl nicht vor 2029 oder 2030.

Ziel des Ausbaus sei es auch, Verkehr aus dem dicht besiedelten Stadtgebiet nach außen zu verlagern. Vor allem der Lkw-Verkehr soll stärker über den Außenring geführt werden. Wien sei laut Hufnagl die einzige europäische Hauptstadt dieser Größenordnung ohne größeren Außenring auf Autobahnen- oder Schnellstraßenniveau.

Neue Nutzung für die Tangente denkbar

Nach einer Entlastung hält Hufnagl auch Änderungen auf der Tangente für denkbar. Die Strecke könne künftig intelligenter genutzt werden. Die ASFINAG arbeite bereits an Verkehrskonzepten rund um Digitalisierung und Automatisierung.

Als mögliche Ideen nannte Hufnagl unter anderem eine eigene E-Bus-Spur, neue Mobilitätsangebote oder Fahrradstreifen. Solche Konzepte müssten in den kommenden Jahren gemeinsam diskutiert werden.

"Wir möchten auch die Tangente quasi den Wienerinnen und Wienern dann wieder zurückgeben für den täglichen Verkehr", sagte Hufnagl. Entscheidend sei, den Verkehr rund um Wien künftig besser zu verteilen und das gesamte Verkehrssystem gemeinsam weiterzuentwickeln.